15.6 Failback

Bei einem Failback-Vorgang wird die Betriebsfunktion eines fehlgeschlagenen Produktions-Workloads in seiner ursprünglichen Umgebung wiederhergestellt, wenn die Betriebsfunktion eines temporären Failover-Workloads nicht mehr benötigt wird. Der Failback-Vorgang ist der nächste logische Schritt, der einem Failover folgt. Er überträgt den Failover-Workload an seine ursprüngliche oder, falls erforderlich, auf eine neue Infrastruktur.

Die unterstützten Failback-Methoden sind abhängig vom Typ der Zielinfrastruktur und dem Grad der Automatisierung des Failback-Vorgangs:

  • Automatischer Failback auf eine virtuelle Maschine: Unterstützt für VMware ESX-Plattformen und VMware DRS-Cluster.

  • Halbautomatischer Failback auf einen physischen Computer: Wird für alle physischen Computer unterstützt.

  • Halbautomatischer Failback auf eine virtuelle Maschine: Wird für Microsoft Hyper-V-Plattformen unterstützt.

Die folgenden Abschnitte enthalten weitere Informationen:

15.6.1 Automatischer Failback auf eine VM-Plattform

PlateSpin Protect unterstützt das automatische Failback für Failback-Container auf einem unterstützten VMware-ESXi-Server oder einem VMware-DRS-Cluster. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Unterstützte VM-Container.

So führen Sie einen automatischen Failback eines Failover-Workloads auf einen Ziel-VMware-Container aus:

  1. Wählen Sie im Anschluss an einen Failover den Workload auf der Seite „Workloads“ aus und klicken Sie auf Failback durchführen.

    Sie werden aufgefordert, die nachfolgenden Auswahlen zu treffen.

  2. Legen Sie die folgenden Parametergruppen fest:

    • Workload-Einstellungen: Geben Sie den Hostnamen oder die IP-Adresse Ihres Failover-Workloads und den Berechtigungsnachweis eines Administrators an. Verwenden Sie das erforderliche Berechtigungsnachweisformat (weitere Informationen hierzu finden Sie unter Richtlinien für Workload- und Container-Berechtigungsnachweise).

    • Failback-Zieleinstellungen: Geben Sie die folgenden Parameter an:

      • Reproduktionsmethode: Wählen Sie den Umfang der Datenreproduktion aus. Wenn Sie Inkrementell auswählen, müssen Sie ein Ziel vorbereiten. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Anfängliche Reproduktionsmethode (vollständig und inkrementell).

      • Zieltyp: Wählen Sie Virtuelles Ziel aus. Falls Sie nicht über einen Failback-Container verfügen, klicken Sie auf Container hinzufügen und inventarisieren Sie einen unterstützten Container.

  3. Klicken Sie auf Speichern und vorbereiten und überwachen Sie den Fortschritt auf dem Bildschirm „Befehlsdetails“.

    Nach erfolgreichem Abschluss lädt PlateSpin Protect den Bildschirm „Bereit für Failback“ und fordert Sie auf, die Details des Failback-Vorgangs anzugeben.

  4. Konfigurieren Sie die Failback-Details. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Failback-Details (Workload an VM).

  5. Klicken Sie auf Speichern und Failback durchführen und überwachen Sie den Fortschritt auf der Seite „Befehlsdetails“. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Abbildung 15-2.

    PlateSpin Protect führt den Befehl aus. Wenn Sie in der Parametergruppe „Post-Failback“ den Parameter Erneut schützen nach Failback ausgewählt haben, wird der Befehl Erneut schützen in der Weboberfläche angezeigt.

Abbildung 15-2 Failback-Befehlsdetails

Failback-Details (Workload an VM)

Failback-Details werden durch drei Parametergruppen dargestellt, die Sie konfigurieren, wenn Sie einen Workload-Failback an eine virtuelle Maschine durchführen. Weitere Informationen zu den Parametereinstellungen finden Sie in Tabelle 15-2.

Tabelle 15-2 Failback-Details (Workload an VM)

Parametereinstellungen

Details

Failback-Einstellungen

Übertragungsmethode

Wählen Sie eine Datenübertragungsmethode und Sicherheit durch Verschlüsselung aus. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Verschlüsselung von Daten während der Übertragung.

Failback-Netzwerk

Geben Sie das Netzwerk für den Failback-Datenverkehr an. Dies ist ein dediziertes Netzwerk, das auf den im VM-Container definierten virtuellen Netzwerken beruht. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Netzwerke.

VM-Datenablage

Wählen Sie eine Datenablage aus, die dem Failback-Container für den Ziel-Workload zugeordnet ist.

Volume-Zuordnung

Wenn Sie als anfängliche Reproduktionsmethode die Option „Inkrementell“ ausgewählt haben, wählen Sie hier die Ursprungs-Volumes aus, und ordnen Sie sie dem Failback-Ziel zur Synchronisierung zu.

Anzuhaltende Dienste/Daemons

Geben Sie die Anwendungsdienste (Windows) oder Daemons (Linux) an, die beim Failback automatisch angehalten werden sollen. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Steuerung von Diensten und Daemons.

Alternative Adresse für Ursprung

Geben Sie ggf. eine zusätzliche IP-Adresse für den virtuellen Failover-Computer ein. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Anforderungen zum Schutz über öffentliche und private Netzwerke durch NAT.

Workload-Einstellungen

Prozessor

(VM-Container mit VMware 5.1, 5.5 und 6.0 und mindestens VM-Hardware-Ebene 8) Geben Sie die Anzahl der Sockets sowie die Anzahl der Kerne pro Socket für das Failback zum virtuellen Workload an. Die Gesamtzahl der Kerne wird automatisch berechnet. Dieser Parameter gilt für die anfängliche Einrichtung eines Workloads mit der anfänglichen Reproduktionseinstellung Vollständig.

HINWEIS:Die maximale Anzahl der Kerne, die ein Workload nutzen kann, ist abhängig von externen Faktoren, beispielsweise vom Gast-Betriebssystem, von der VM-Hardware-Version, der VMware-Lizenzierung für den ESXi-Host und den berechneten ESXi-Host-Höchstwerten für vSphere (siehe vSphere 5.1-Konfigurationshöchstwerte).

In bestimmten Distributionen von Gast-Betriebssystemen wird die Konfiguration der Kerne und der Kerne pro Socket unter Umständen nicht berücksichtigt. Gast-Betriebssysteme mit SLES 10 SP4 und OES 2 SP3 behalten beispielsweise die ursprünglich installierten Einstellungen für Kerne und Sockets bei, während andere SLES-, RHEL- und OES-Distributionen die Konfiguration beachten.

Anzahl der CPUs

(VM-Container mit VMware 4.1) Geben Sie die erforderliche Anzahl der vCPUs (virtuelle CPUs) an, die dem Failback zum virtuellen Workload zugewiesen werden sollen. Dieser Parameter gilt für die anfängliche Einrichtung eines Workloads mit der anfänglichen Reproduktionseinstellung Vollständig. Die vCPUs werden im Gast-Betriebssystem auf dem VM-Container jeweils als CPU mit einem einzelnen Kern und einem einzelnen Socket dargestellt.

VM-Arbeitsspeicher

Weisen Sie dem Ziel-Workload den erforderlichen RAM zu.

Hostname, Domäne/Arbeitsgruppe

Geben Sie die Identität und die Domänen-/Arbeitsgruppenzugehörigkeit des Ziel-Workloads an. Für die Domänenzugehörigkeit ist der Berechtigungsnachweis eines Domänenadministrators erforderlich.

Netzwerkverbindungen

Geben Sie die Netzwerkzuordnung des Ziel-Workloads basierend auf den virtuellen Netzwerken des zugrunde liegenden VM-Containers an.

Zu ändernde Dienststatus

Legen Sie den Anfangsstatus für bestimmte Anwendungsdienste (Windows) oder Daemons (Linux) fest. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Steuerung von Diensten und Daemons.

Post-Failback-Zieleinstellungen

Workload erneut schützen

Wählen Sie diese Option, wenn Sie planen, den Schutzvertrag für den Ziel-Workload nach der Bereitstellung neu zu erstellen. Mit dieser Option kann der Ereignisverlauf für den Workload kontinuierlich geführt und eine Workload-Lizenz automatisch zugewiesen/festgelegt werden.

Erneut schützen nach Failback

Wählen Sie diese Option, wenn Sie planen, den Schutzvertrag für den Ziel-Workload neu zu erstellen. Wenn der Failback abgeschlossen ist, steht für den Failback-Workload der Befehl Erneut schützen in der Weboberfläche zur Verfügung.

Kein erneutes Schützen

Wählen Sie diese Option, wenn Sie den Schutzvertrag für den Ziel-Workload nicht neu erstellen möchten. Zum Schützen des Failback-Workload nach dessen Abschluss müssen Sie diesen Workload neu inventarisieren und dessen Schutzdetails neu konfigurieren.

15.6.2 Halbautomatischer Failback auf einen physischen Computer

Gehen Sie folgendermaßen vor, um nach einem Failover den Failback eines Workloads an einen physischen Computer durchzuführen. Bei dem physischen Computer kann es sich um die ursprüngliche oder eine neue Infrastruktur handeln.

  1. Registrieren Sie den erforderlichen physischen Computer bei Ihrem PlateSpin-Server. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Failback auf physische Computer.

  2. Falls Treiber fehlen oder nicht kompatibel sind, laden Sie die erforderlichen Treiber in die Gerätetreiberdatenbank von PlateSpin Protect hoch. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Vorbereiten der Gerätetreiber für physische Failback-Ziele.

  3. Wählen Sie im Anschluss an einen Failover den Workload auf der Seite „Workloads“ aus und klicken Sie auf Failback durchführen.

  4. Legen Sie die folgenden Parametergruppen fest:

    • Workload-Einstellungen: Geben Sie den Hostnamen oder die IP-Adresse Ihres Failover-Workloads und den Berechtigungsnachweis eines Administrators an. Verwenden Sie das erforderliche Berechtigungsnachweisformat (weitere Informationen hierzu finden Sie unter Richtlinien für Workload- und Container-Berechtigungsnachweise).

    • Failback-Zieleinstellungen: Geben Sie die folgenden Parameter an:

  5. Klicken Sie auf Speichern und vorbereiten und überwachen Sie den Fortschritt auf dem Bildschirm „Befehlsdetails“.

    Nach erfolgreichem Abschluss lädt PlateSpin Protect den Bildschirm „Bereit für Failback“ und fordert Sie auf, die Details des Failback-Vorgangs anzugeben.

  6. Konfigurieren Sie die Failback-Details und klicken Sie anschließend auf Speichern und Failback durchführen.

    Überwachen Sie den Fortschritt auf dem Bildschirm „Befehlsdetails“.

15.6.3 Halbautomatischer Failback auf eine virtuelle Maschine

Bei diesem Failback-Typ wird ein Prozess ähnlich dem Halbautomatischer Failback auf einen physischen Computer für ein VM-Ziel durchgeführt, das kein nativ unterstützter VMware-Container ist. Während dieses Prozesses weisen Sie das System an, ein VM-Ziel als physischen Computer zu betrachten.

Sie können einen halbautomatischen Failback an einem Container vornehmen, der einen vollautomatischen Failback unterstützt (VMware ESX- und DRS-Cluster-Ziele).

Sie können auch einen halbautomatischen Failback an Ziel-VM-Plattformen auf Microsoft Hyper-V-Server-Hosts vornehmen.

So starten Sie die Hyper-V-VMs bei einem Failover:

  1. Fügen Sie in einem Texteditor jeweils die folgende Zeile in die Datei /etc/vmware/config der einzelnen Hyper-V-Hosts ein:

    vhv.allow = "TRUE"
  2. Bearbeiten Sie im vSphere-Web-Client die Failover-VM-Einstellungen für die CPU:

    1. Wählen Sie auf der Registerkarte Virtuelle Hardware die Option CPU.

    2. Wählen Sie unter Hardware-Virtualisierung die Option Hardwaregestützte Virtualisierung für Gast-Betriebssystem offenlegen.

  3. Bearbeiten Sie im vSphere-Web-Client die Failover-VM-Einstellungen für die CPU-ID:

    1. Erweitern Sie auf der Registerkarte VM-Optionen den Eintrag Erweitert, und wählen Sie die Option Konfigurationsparameter bearbeiten.

    2. Überprüfen Sie die folgende Einstellung:

      hypervisor.cpuid.v0 = FALSE