6.6 Planen von Partitionen für die Datenspeicherung

Bei der Installation von Sentinel muss die Datenträgerpartition für den Primärspeicher am Sentinel-Installationsstandort eingehängt werden. Standardmäßig ist dies das Verzeichnis /var/opt/novell.

Um die richtige Berechnung der Datenträgerauslastung zu gewährleisten, muss sich die gesamte Verzeichnisstruktur im Verzeichnis /var/opt/novell/sentinel auf einer einzigen Datenträgerpartition befinden. Andernfalls werden Ereignisdaten möglicherweise vorzeitig durch die automatische Datenverwaltung gelöscht. Weitere Informationen zur Sentinel-Verzeichnisstruktur finden Sie unter Abschnitt 6.6.4, Sentinel-Verzeichnisstruktur.

Es empfiehlt sich, dieses Datenverzeichnis in einer anderen Datenträgerpartition anzulegen als die Partition, in der die ausführbaren Dateien, die Konfigurations- und die Betriebssystemdateien gespeichert sind. Das separate Speichern von Variablendaten bietet den Vorteil einer einfacheren Sicherung von Dateisätzen, einer einfacheren Wiederherstellung im Falle einer Beschädigung und einer besseren Stabilität, falls die Datenträgerpartition aufgefüllt ist. Außerdem verbessert es die allgemeine Leistung in Systemen, in denen kleinere Dateisysteme effizienter sind. Weitere Informationen finden Sie unter Disk Partitioning (Festplattenpartitionierung).

HINWEIS:Bei ext3-Dateisystemen ist die Dateispeicherung eingeschränkt. Ein Verzeichnis kann maximal 32.000 Dateien oder Unterverzeichnisse enthalten. NetIQ empfiehlt die Verwendung des XFS-Dateisystems, wenn Sie eine große Zahl an Aufbewahrungsrichtlinien verwenden oder Daten über längere Zeit aufbewahren, beispielsweise für ein Jahr.

6.6.1 Partitionen in herkömmlichen Installationen

Bei herkömmlichen Installationen können Sie das Layout der Datenträgerpartition des Betriebssystems vor der Installation von Sentinel ändern. Der Administrator muss hierzu die gewünschten Partitionen erstellen und für die entsprechenden Verzeichnisse mounten. Dabei wird die in Abschnitt 6.6.4, Sentinel-Verzeichnisstruktur beschriebene Verzeichnisstruktur verwendet. Beim Ausführen des Installationsprogramms wird Sentinel in die vorerstellten Verzeichnisse installiert. Die sich daraus ergebende Installation erstreckt sich über mehrere Partitionen.

HINWEIS:

  • Beim Ausführen des Installationsprogramms können Sie mit der Option --location einen anderen Standort der obersten Ebene als die Standardverzeichnisse zum Speichern der Datei angeben. Der Wert, den Sie an die Option --location weiterreichen, wird den Verzeichnispfaden vorangestellt. Wenn Sie beispielsweise --location=/foo angeben, ist das Datenverzeichnis /foo/var/opt/novell/sentinel/data und das Konfigurationsverzeichnis /foo/etc/opt/novell/sentinel/config.

  • Verwenden Sie keine Dateisystemverknüpfungen (zum Beispiel Softlinks) für die Option --location.

6.6.2 Partitionen in einer Appliance-Installation

Wenn Sie das DVD-ISO-Appliance-Format verwenden, können Sie die Partitionierung des Appliance-Dateisystems während der Installation gemäß den Anweisungen in den YaST-Bildschirmen konfigurieren. Sie können beispielsweise eine separate Partition für den Mountpunkt von /var/opt/novell/sentinel erstellen, um alle Daten in einer separaten Partition zu speichern. Für andere Appliance-Formate kann die Partitionierung erst nach der Installation konfiguriert werden. Mit dem SuSE Yast-Systemkonfigurationswerkzeug können Sie Partitionen hinzufügen und ein Verzeichnis zur neuen Partition hinzufügen. Weitere Informationen zum Erstellen von Partitionen nach der Installation finden Sie unter Abschnitt 13.3.2, Erstellen von Partitionen.

6.6.3 Best Practices für Partitionslayouts

In vielen Organisationen stehen eigene, dokumentierte Empfehlungen für Partitionslayoutschemen zur Verfügung, die für alle installierten Systeme gelten. Die folgende Empfehlung für das Partitionslayout soll Organisationen, die keine definierten Richtlinien haben, als Leitfaden dienen. Sie geht von einer Sentinel-spezifischen Nutzung des Dateisystems aus. Im Allgemeinen befolgt Sentinel den Filesystem Hierarchy Standard, sofern dies umsetzbar ist.

Partition

Einhängepunkt

Größe

Notizen

root

/

100 GB

Enthält Betriebssystemdateien und Sentinel-Binärdaten/die Sentinel-Konfiguration.

Booten

/boot

150 MB

Bootpartition

Temp

/tmp

30 GB

Standort der Betriebssystemdateien und temporären Sentinel-Dateien. Die Abgrenzung dieser Dateien in einer separaten Partition schützt die Anwendungsdaten vor Beschädigung, falls ein Endlosprozess den temporären Speicher ausfüllt.

Primärspeicher

/var/opt/novell/sentinel

Berechnung anhand der Informationen zur Systemauslegung

Dieser Bereich enthält die erfassten Sentinel-Primärdaten und andere variable Daten wie Protokolldateien. Diese Partition kann mit anderen Systemen gemeinsam verwendet werden.

Sekundärspeicher

Speicherort je nach Speichertyp (NFS, CIFS oder SAN).

Berechnung anhand der Informationen zur Systemauslegung

Dies ist der Sekundärspeicherbereich, der remote oder wie dargestellt lokal eingehängt werden kann.

Archivierungsspeicher

Remote-System

Berechnung anhand der Informationen zur Systemauslegung

Dies ist der Speicher für archivierte Daten.

6.6.4 Sentinel-Verzeichnisstruktur

Standardmäßig befinden sich die Sentinel-Verzeichnisse an folgenden Standorten:

  • Die Datendateien befinden sich in den Verzeichnissen /var/opt/novell/sentinel/data und /var/opt/novell/sentinel/3rdparty.

  • Die ausführbaren Dateien und Bibliotheken befinden sich im Verzeichnis /opt/novell/sentinel/..

  • Die Protokolldateien befinden sich im Verzeichnis /var/opt/novell/sentinel/log.

  • Die Konfigurationsdateien befinden sich im Verzeichnis /etc/opt/novell/sentinel/.

  • Die Prozess-ID-Datei (PID-Datei) befindet sich im Verzeichnis /var/run/sentinel/server.pid.

    Mit der PID können Administratoren den übergeordneten Prozess des Sentinel-Servers identifizieren und den Prozess überwachen oder beenden.