6.12 Themen zu erweitertem Workload-Schutz

6.12.1 Schützen von Windows-Clustern

PlateSpin Forge unterstützt den Schutz der Geschäftsdienste eines Microsoft Windows-Clusters. Folgende Cluster-Technologien werden unterstützt:

  • Auf Windows 2009 R2 Server basierender Microsoft-Failover-Cluster (Modelle Node and Disk Majority Quorum und No Majority: Disk Only Quorum)

  • Auf Windows 2003 R2 Server basierender Windows-Cluster-Server (Modell Single-Quorum Device Cluster)

HINWEIS:Die Windows-Cluster-Management-Software bietet die Failover- und Failback-Steuerung für die Ressourcen, die auf den Clusterknoten ausgeführt werden. Dieser Vorgang wird in diesem Dokument als Clusterknoten-Failover oder -Failback bezeichnet.

Der PlateSpin-Server bietet die Failover- und Failback-Steuerung für den geschützten Workload, der für den Cluster steht. Dieser Vorgang wird in diesem Dokument als PlateSpin-Failover oder -Failback bezeichnet.

Dieser Abschnitt enthält folgende Informationen:

HINWEIS:Weitere Informationen zum Neuaufbauen der Windows 2008R2-Failover-Cluster-Umgebung nach einem PlateSpin-Failover/-Failback finden Sie im Wissensdatenbankartikel 7015576.

Workload-Schutz

Der Schutz eines Clusters wird durch inkrementelle Reproduktionen der Änderungen auf dem aktiven Knoten erreicht, die an einen virtuellen Einzelknoten-Cluster übertragen werden, den Sie während der Fehlerbehebung an der Ursprungsinfrastruktur verwenden können.

Der Umfang der Unterstützung von Cluster-Migrationen ist von folgenden Bedingungen abhängig:

  • Geben Sie beim Vorgang Workload hinzufügen die virtuelle IP-Adresse des Clusters an, nicht die IP-Adresse eines Knotens im Cluster. Die virtuelle IP-Adresse eines Clusters steht stellvertretend für den Knoten, der jeweils als Eigentümer der Quorum-Ressource des Clusters fungiert. Wenn Sie die IP-Adresse eines einzelnen Knotens angeben, wird dieser Knoten als regulärer Windows-Workload inventarisiert (der Cluster bleibt unerkannt).

  • Eine Quorum-Ressource eines Clusters muss zu der Ressourcengruppe (Dienst) des Clusters gehören, die geschützt wird.

Bei einer blockbasierten Übertragung werden die blockbasierten Treiberkomponenten nicht auf dem Clusterknoten installiert. Die blockbasierte Übertragung erfolgt anhand einer treiberlosen Synchronisierung mit einer MD5-basierten Reproduktion. Da der blockbasierte Treiber nicht installiert ist, ist kein Neustart auf den Clusterknoten der Quelle erforderlich.

HINWEIS:Die dateibasierte Übertragung wird nicht unterstützt, um die Microsoft Windows-Cluster zu schützen.

Wenn ein Clusterknoten-Failover zwischen inkrementellen Reproduktionen eines geschützten Clusters auftritt und das neue Profil des aktiven Knotens in etwa dem fehlerhaften aktiven Knoten entspricht, wird der Schutzvertrag wie geplant für die nächste inkrementelle Reproduktion fortgesetzt. Andernfalls wird der Befehl für die nächste inkrementelle Reproduktion nicht ausgeführt. Die Profile der Clusterknoten werden als ähnlich erachtet, wenn:

  • sie dieselbe Anzahl an Volumes haben.

  • alle Volumes auf allen Knoten exakt dieselbe Größe haben.

  • sie eine identische Anzahl an Netzwerkverbindungen haben.

  • Seriennummern für lokale Volumes (System-Volume und Reserviertes System-Volume) müssen auf allen Clusterknoten gleich sein.

    Wenn die lokalen Treiber auf allen Knoten des Clusters verschiedene Seriennummern aufweisen, können Sie nach einem Clusterknoten-Failover keine inkrementelle Reproduktion ausführen. Beispiel: Bei einem Clusterknoten-Failover tritt ein Fehler im aktiven Knoten 1 auf und die Cluster-Software bestimmt den Knoten 2 als aktiven Knoten. Wenn die lokalen Laufwerke auf den beiden Knoten unterschiedliche Seriennummern aufweisen, wird der Befehl für die nächste inkrementelle Reproduktion des Workloads nicht ausgeführt.

    In diesem Szenario stehen zwei unterstützte Optionen für Windows-Clustern zur Auswahl:

    • (Empfohlen) Verwenden Sie das angepasste Dienstprogramm Volume Manager, um die Seriennummern des lokalen Volumes zu ändern, damit sie mit den einzelnen Knoten des Clusters übereinstimmen. Weitere Informationen finden Sie unter Abschnitt B.0, Synchronisieren von Seriennummern im lokalen Clusterknoten-Speicher.

    • (Bedingt und optional) Wenn Sie den folgenden Fehler sehen:

      Volume mappings does not contain source serial number: xxxx-xxxx, 
      

      Er wurde möglicherweise durch eine Änderung im aktiven Knoten vor Ausführung der inkrementellen Reproduktion verursacht. In diesem Fall können Sie eine vollständige Reproduktion ausführen, um sicherzustellen, dass der Cluster wieder geschützt ist. Inkrementelle Reproduktionen sollten nach der vollständigen Reproduktion wieder funktionieren.

    HINWEIS:Wenn die Volume-Seriennummern nicht mit den einzelnen Knoten im Cluster übereinstimmen sollen, ist nach einem Clusterknoten-Failover eine vollständige Reproduktion erforderlich.

Wenn während einer vollständigen oder inkrementellen Reproduktion ein Clusterknoten-Failover vor Abschluss des Kopiervorgangs auftritt, dann wird der Befehl abgebrochen und eine Meldung wird angezeigt, die besagt, dass die Reproduktion erneut ausgeführt werden muss.

Um ein Windows-Cluster zu schützen, gehen Sie nach dem gleichen Ablaufplan wie für den normalen Workload-Schutz vor (siehe Grundlegender Workflow für den Workload-Schutz und die Wiederherstellung).

PlateSpin-Failover

Wenn der PlateSpin-Failover-Vorgang abgeschlossen ist und der virtuelle Ein-Knoten-Cluster online geht, sehen Sie einen Cluster mit mehreren Knoten, bei dem ein Knoten aktiv ist (alle anderen Knoten sind nicht verfügbar).

Für ein PlateSpin-Failover (oder zum Testen des PlateSpin-Failover) auf einem Windows-Cluster muss der Cluster eine Verbindung zu einem Domänencontroller herstellen können. Zur Nutzung der Test-Failover-Funktion müssen Sie den Domänencontroller zusammen mit dem Cluster schützen. Während des Tests müssen Sie den Domänencontroller hochfahren, gefolgt vom Windows-Cluster-Workload (in einem isolierten Netzwerk).

PlateSpin-Failback

Für einen PlateSpin-Failback-Vorgang ist eine vollständige Reproduktion für Windows-Cluster-Workloads erforderlich.

Wenn Sie das PlateSpin-Failback als vollständige Reproduktion auf ein physisches Ziel konfigurieren, können Sie eine der folgenden Methoden verwenden:

  • Ordnen Sie alle Festplatten auf dem virtuellen PlateSpin-Ein-Knoten-Cluster einer einzigen lokalen Festplatte auf dem Failback-Ziel zu.

  • Fügen Sie dem physischen Failback-Rechner eine andere Festplatte Festplatte 2) hinzu. Sie können den PlateSpin-Failback-Vorgang dann so konfigurieren, dass das System-Volume des Failovers auf Festplatte 1 und die zusätzlichen Festplatten des Failovers (zuvor gemeinsam genutzte Festplatten) auf Festplatte 2 wiederhergestellt werden. So kann die Systemfestplatte auf die Speicherfestplatte mit gleicher Größe wiederhergestellt werden wie die ursprüngliche Quelle.

HINWEIS:Weitere Informationen zum Neuaufbauen der Windows 2008R2-Failover-Cluster-Umgebung nach einem PlateSpin-Failover/-Failback finden Sie im Wissensdatenbankartikel 7015576.

Nach Abschluss des PlateSpin-Failbacks können Sie andere Knoten mit dem erneut reproduzierten Cluster zusammenführen.

6.12.2 Verwenden von Workload-Schutz-Funktionen über die PlateSpin Forge-Web-Services-API

Mithilfe der protectionservices-API können Sie Workload-Schutz-Funktionen programmatisch von Ihren Anwendungen aus verwenden. Alle Programmier- oder Skriptsprachen, die einen HTTP-Client und das JSON-Serialisierungs-Framework nutzen, sind verwendbar.

https://<hostname | IP-Adresse>/protectionservices

Ersetzen Sie <Hostname | IP-Adresse> durch den Hostnamen bzw. die IP-Adresse Ihrer Forge-VM. Wenn SSL nicht aktiviert ist, verwenden Sie http in der URL.

Wenn Sie Skripte für häufige Workload-Schutz-Vorgänge schreiben möchten, verwenden Sie die in Python geschriebenen Referenzbeispiele als Orientierungshilfe. Eine Microsoft Silverlight-Anwendung wird zusammen mit dem Quellcode ebenfalls zu Referenzzwecken bereitgestellt.

API-Übersicht

PlateSpin Protect verfügt über eine REST-basierte API-Technologievorschau, die Entwickler bei der Erstellung eigener Anwendungen für das Produkt verwenden können. Die API enthält Informationen über die folgenden Vorgänge:

  • Container ermitteln

  • Workloads ermitteln

  • Schutz konfigurieren

  • Reproduktionen, Failover-Vorgänge und Failback ausführen

  • Workload- und Container-Status abfragen

  • Status laufender Vorgänge abfragen

  • Sicherheitsgruppen und deren Schutzverbindungen

Protect-Administratoren können ein Jscript-Beispiel (https://localhost/protectionservices/Documentation/Samples/protect.js) von der Befehlszeile aus verwenden, um über die API auf das Produkt zuzugreifen. Anhand des Beispiels können Sie Skripte schreiben, die Ihnen die Arbeit mit dem Produkt erleichtern. Mit dem Befehlszeilenprogramm können Sie die folgenden Vorgänge durchführen:

  • Einzelnen Workload hinzufügen

  • Einzelnen Container hinzufügen

  • Reproduktions-, Failover- und Failback-Vorgänge ausführen

  • Mehrere Workloads und Container gleichzeitig hinzufügen

    HINWEIS:Weitere Informationen über diesen Vorgang finden Sie in der API-Dokumentation unter https://localhost/protectionservices/Documentation/AddWorkloadsAndContainersFromCsvFile.htm.

  • Alle Workloads gleichzeitig entfernen

  • Alle Container gleichzeitig entfernen

Auf der Startseite der PlateSpin Protect REST-API (https://localhost/protectionservices/ oder https://<server page>/protectionservices/) finden Sie Links zu Inhalten, die für Entwickler und Administratoren nützlich sein können.

Diese Technologievorschau wird in späteren Versionen vollständig entwickelt sein und über weitere Funktionen verfügen.