4.3 Installieren der Identity Manager-Engine als Nicht-Root-Benutzer

Die Installation der Identity Manager-Engine als Nicht-Root-Benutzer erhöht die Sicherheit des Linux-Servers. Die Identity Manager-Engine kann nicht als Nicht-Root-Benutzer installiert werden, falls Sie das Identitätsdepot als Root-Benutzer installiert haben. Führen Sie die folgenden Schritte aus, falls Sie die Engine als Nicht-root-Benutzer installieren möchten:

  1. Prüfen Sie, ob NICI installiert ist. Weitere Informationen finden Sie unter NICI installieren.

  2. Führen Sie eine Nicht-Root-Installation des Identitätsdepots aus. Weitere Informationen finden Sie unter Ausführen einer Nicht-Root-Installation des Identitätsdepots.

  3. Führen Sie eine Nicht-Root-Installation der Identity Manager-Engine aus. Weitere Informationen finden Sie unter Ausführen einer Nicht-Root-Installation der Engine.

4.3.1 NICI installieren

Sie müssen NICI installieren, bevor Sie die Installation des Identitätsdepots fortsetzen können. Die erforderlichen NICI-Pakete werden systemweit genutzt. Es wird daher empfohlen, die nötigen Pakete als Root-Benutzer zu installieren. Bei Bedarf können Sie jedoch den Zugriff mit sudo an ein anderes Konto delegieren und die NICI-Pakete über dieses Konto installieren.

  1. Navigieren Sie in der eingehängten iso-Datei zum Verzeichnis /IDVault/setup/.

  2. Führen Sie den folgenden Befehl aus:

    rpm -qa|grep nici64-3.2.0.0500-0.x86_64
  3. Vergewissern Sie sich, dass NICI auf den Servermodus festgelegt ist. Geben Sie den folgenden Befehl ein:

    /var/opt/novell/nici/set_server_mode64

    Dieser Schritt ist obligatorisch, um sicherzustellen, dass die Konfiguration des Identitätsdepots fehlerfrei durchgeführt wird.

4.3.2 Ausführen einer Nicht-Root-Installation des Identitätsdepots

In diesem Abschnitt wird beschrieben, wie Sie das Identitätsdepot mit Tarball installieren. Beim Extrahieren der Datei erstellt das System die Verzeichnisse etc, opt und var.

  1. Melden Sie sich als sudo-Benutzer mit den entsprechenden Rechten an dem Computer an, auf dem das Identitätsdepot installiert werden soll.

    HINWEIS:Wenn Sie einen benutzerdefinierten Installationspfad angeben möchten, können Sie sich auch als Root-Benutzer anmelden.

  2. Navigieren Sie in der eingehängten iso-Datei zum Verzeichnis /IDVault/.

  3. Erstellen Sie ein neues Verzeichnis und kopieren Sie die Datei eDir_NonRoot.tar.gz in dieses Verzeichnis. Beispiel: /home/user/install/eDirectory.

  4. Extrahieren Sie die Datei mithilfe des folgenden Befehls:

    tar -zxvf eDir_NonRoot.tar.gz

  5. Geben Sie für den manuellen Export der Pfade für die Umgebungsvariablen das folgende Kommando ein:

    export LD_LIBRARY_PATH=custom_location/eDirectory/opt/novell/eDirectory/
    lib64:custom_location/eDirectory/opt/novell/eDirectory/lib64/ndsmodules:
    custom_location/eDirectory/opt/novell/lib64:$LD_LIBRARY_PATH
    
    export PATH=custom_location/eDirectory/opt/novell/eDirectory/
    bin:custom_location/eDirectory/opt/novell/eDirectory/sbin:/opt/novell/
    eDirectory/bin:$PATH
    
    export MANPATH=custom_location/eDirectory/opt/novell/man:custom_location/
    eDirectory/opt/novell/eDirectory/man:$MANPATH
    
    export TEXTDOMAINDIR=custom_location/eDirectory/opt/novell/eDirectory/
    share/locale:$TEXTDOMAINDIR
  6. Wenn die Pfade der Umgebungsvariablen mit dem ndspath-Skript exportiert werden sollen, müssen Sie dem Dienstprogramm das ndspath-Skript voranstellen. Führen Sie die folgenden Schritte durch:

    1. Führen Sie das Dienstprogramm im Verzeichnis Benutzerdefinierter_Speicherort/eDirectory/opt mit dem folgenden Befehl aus:

      custom_location/eDirectory/opt/novell/eDirectory/bin/ndspath
      utility_name_with_parameters
    2. Exportieren Sie die Pfade in der aktuellen Shell mit dem folgenden Befehl:

      . custom_location/eDirectory/opt/novell/eDirectory/bin/ndspath
    3. Führen Sie die Dienstprogramme wie gewohnt aus.

    4. Hängen Sie die Anweisungen zum Exportieren des Pfads an das Ende des Skripts /etc/profile, ~/bashrc oder eines ähnlichen Skripts an.

      Mit diesem Schritt können Sie die Dienstprogramme direkt starten, sobald Sie sich anmelden oder eine neue Shell öffnen.

  7. Konfigurieren Sie das Identitätsdepot anhand einer der folgenden Methoden:

    • Verwenden Sie das ndsconfig-Dienstprogramm,

      ndsconfig new [-t <treename>] [-n <server_context>] [-a <admin_FDN>] [-w
      <admin password>] [-i] [-S <server_name>] [-d <path_for_dib>] [-m <module>]
      [e] [-L <ldap_port>] [-l <SSL_port>] [-o <http_port>] -O <https_port>] [-p
      <IP address:[port]>] [-c] [-b <port_to_bind>] [-B <interface1@port1>,
      <interface2@port2>,..] [-D <custom_location>] [--config-file
      <configuration_file>] [--configure-eba-now <yes/no>]

      wobei -t den Namen des Baums bezeichnet, zu dem der Server hinzugefügt werden soll.

      -n gibt den Kontext des Servers an, zu dem das Serverobjekt hinzugefügt werden soll.

      -a legt den vollständig eindeutigen Namen des Benutzerobjekts mit Supervisor-Rechten für den Kontext fest, in dem das Serverobjekt und die Verzeichnisservices erstellt werden sollen.

      -s bezeichnet den Servernamen.

      -d bezeichnet den Verzeichnispfad, in dem die Datenbankdateien gespeichert sind.

      -m bezeichnet den Modulnamen.

      Sie müssen die selben Werte angeben wie bei der Konfiguration.

      Beispiel:

      ndsconfig new -t novell-tree -n novell -a admin.novell -S linux1 -d /home/
      mary/inst1/data -b 1025 -L 1026 -l 1027 -o 1028 -O 1029 -D /home/inst1/var --config-file /home/inst1/nds.conf --configure-eba-now yes

      Die eingegebenen Portnummern müssen zwischen 1024 und 65535 liegen. Portnummern kleiner 1024 sind normalerweise für die Superuser- und Standardanwendungen reserviert. Daher darf der Standardport 524 nicht für eDirectory-Anwendungen verwendet werden.

      Dies würde folgende Anwendungen beschädigen:

      • Die Anwendungen ohne Option zum Festlegen des Zielserverports.

      • Die älteren Anwendungen, die NCP nutzen und als Root für 524 ausgeführt werden.

    • Mit dem ndsmanage-Dienstprogramm konfigurieren Sie eine neue Instanz. Weitere Informationen finden Sie im NetIQ eDirectory-Installationshandbuch unter Das ndsmanage-Dienstprogramm.

4.3.3 Ausführen einer Nicht-Root-Installation der Engine

Mit dieser Methode können Sie die folgenden Komponenten nicht installieren:

  • Remote Loader: Soll der Remote Loader von einem Nicht-Root-Benutzer installiert werden, verwenden Sie den Java Remote Loader. Weitere Informationen finden Sie unter Installieren des Java Remote Loader.

  • Linux-Kontentreiber: Erfordert Root-Berechtigungen.

HINWEIS:Wenn Sie die Identity Manager-Engine als Nicht-Root-Benutzer installieren, befinden sich die Installationsdateien im Verzeichnis des Nicht-Root-Benutzers. Beispiel: /home/user, wobei „user“ ein Nicht-Root-Benutzer ist. Die Installationsdateien sind nicht zur Ausführung von Identity Manager erforderlich. Es ist möglich, die Dateien nach der Installation zu löschen.

So installieren Sie die Identity Manager-Engine als Nicht-Root-Benutzer:

  1. Melden Sie sich als der Nicht-Root-Benutzer an, mit dem Sie das Identitätsdepot installiert haben.

    Das Benutzerkonto muss über Schreibzugriff für die Verzeichnisse und Dateien der Nicht-Root-Installation des Identitätsdepots verfügen.

  2. Navigieren Sie zu dem Speicherort, an dem Sie die Datei Identity_Manager_4.9.0_Linux.iso eingehängt haben.

  3. Navigieren Sie im Einhänge-Speicherort zum Verzeichnis /IDM.

  4. Führen Sie den folgenden Befehl aus:

    ./idm-nonroot-install.sh

  5. Mithilfe der folgenden Informationen wird die Installation ausgeführt:

    Basisverzeichnis für die Nicht-Root-Installation von eDirectory

    Geben Sie das Verzeichnis an, in dem die Nicht-Root-Version von eDirectory installiert ist. Beispiel: /home/user/install/eDirectory.

    NDS-Schema erweitern

    Wenn dies der erste Identity Manager-Server ist, der in dieser eDirectory-Instanz installiert wird, geben Sie zum Erweitern des Schemas Y ein. Wenn das Schema nicht erweitert ist, funktioniert Identity Manager nicht.

    Sie werden aufgefordert, das Schema für jede eDirectory-Instanz zu erweitern, die dem Nicht-Root-Benutzer gehören, der von der Nicht-Root-Installation von eDirectory gehostet wird.

    Wenn Sie die Schemaerweiterung auswählen, geben Sie den vollständigen eindeutigen Namen (Distinguished Name, DN) des eDirectory-Benutzers an, der über Berechtigungen zum Erweitern des Schemas verfügt. Der Benutzer kann das Schema nur erweitern, wenn er über Supervisor-Berechtigungen für die gesamte Baumstruktur verfügt. Weitere Informationen zur Erweiterung des Schemas als Nicht-Root-Benutzer finden Sie in der Datei schema.log, die im data-Verzeichnis jeder eDirectory-Instanz gespeichert ist.

    Führen Sie das Programm /opt/novell/eDirectory/bin/idm-install-schema aus, um das Schema nach abgeschlossener Installation auf weiteren eDirectory-Instanzen zu installieren.

  6. Fahren Sie zum Abschließen des Installationsvorgangs mit Durchführen einer Nicht-Root-Installation fort.