7.1 Planen der Installation des Identitätsdepots

In diesem Abschnitt finden Sie die Voraussetzungen, die Überlegungen und die notwendige Systemeinrichtung für die Installation des Identitätsdepots. Informieren Sie sich zunächst anhand der Checkliste über den Installationsvorgang.

7.1.1 Checkliste für die Installation des Identitätsdepots

NetIQ empfiehlt, die Schritte in der folgenden Checkliste auszuführen:

Checkliste

  1. Informieren Sie sich über die Interaktion zwischen den Identity Manager-Komponenten. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt I, Einführung.

  1. Legen Sie fest, welche Server für die Identity Manager-Komponenten verwendet werden sollen. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 5.3.4, Empfohlene Servereinrichtung.

  1. Lesen Sie die Überlegungen zur Installation des Identitätsdepots, und prüfen Sie, ob die Computer den Voraussetzungen entsprechen. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 7.1.2, Voraussetzungen und Überlegungen für die Installation des Identitätsdepots.

  1. Prüfen Sie die Hardware- und Software-Voraussetzungen der Computer, auf denen das Identitätsdepot gehostet werden soll. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 7.1.4, Systemanforderungen für das Identitätsdepot.

  1. Informieren Sie sich, wie Sie Escape-Zeichen im Namen eines Containers im Identitätsdepot nutzen, der einen Punkt („.“) enthält. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 7.2.1, Verwenden von Escape-Zeichen im Namen eines Containers, der einen Punkt („.“) enthält.

  1. Informieren Sie sich, wie Sie das Identitätsdepot in einer Umgebung verwenden, in der IPv6-Adressen genutzt werden. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 7.2.4, Verwenden von IPv6-Adressen auf dem Identitätsdepot-Server.

  1. Informieren Sie sich über die erforderlichen Ports für die LDAP-Kommunikation. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 7.2.5, Kommunizieren mit dem Identitätsdepot über LDAP.

  1. Installationsanweisungen finden Sie in einem der folgenden Abschnitte:

  1. (Optional) Schließen Sie das DIB-Verzeichnis auf dem eDirectory-Server von allen Antiviren- und Sicherungssoftware-Verfahren aus.

  1. (Optional) Sichern Sie das DIB-Verzeichnis Weitere Informationen finden Sie unter „Backing Up and Restoring NetIQ eDirectory“ (Sichern und Wiederherstellen von NetIQ eDirectory) im NetIQ eDirectory -Administrationshandbuch.

  1. Installieren Sie die Identity Manager-Engine. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 8.0, Planen der Installation der Engine, der Treiber und der Plugins.

7.1.2 Voraussetzungen und Überlegungen für die Installation des Identitätsdepots

Das Identitätsdepot nutzt ein Verzeichnis, in dem die Objekte gespeichert werden, die anhand der Identity Manager-Lösung synchronisiert werden. In den nachfolgenden Abschnitten finden Sie Hinweise, mit denen Sie die Bereitstellung von NetIQ eDirectory als Rahmenwerk für das Identitätsdepot planen können.

Voraussetzungen für die Installation des Identitätsdepots

NetIQ empfiehlt, vor der Installation von eDirectory als Rahmenwerk für das Identitätsdepot die folgenden Überlegungen zu lesen:

  • Damit die eDirectory-Infrastruktur effizient funktioniert, müssen Sie eine statische IP-Adresse auf dem Server konfigurieren. Wenn Sie DHCP-Adressen auf dem Server verwenden, liefert eDirectory unter Umständen unvorhersehbare Ergebnisse.

  • Synchronisieren Sie die Uhrzeit auf allen Netzwerkservern. NetIQ empfiehlt die Option ntp von NTP (Network Time Protocol).

  • (Bedingt) Wenn ein Sekundärserver installiert werden soll, müssen alle Reproduktionen in der Partition, auf der Sie das Produkt installieren, den Status ON aufweisen.

  • (Bedingt) Soll ein Sekundärserver in einem vorhandenen Baum als Nicht-Administrator-Benutzer installiert werden, erstellen Sie einen Container, und partitionieren Sie ihn. Vergewissern Sie sich, dass Sie die folgenden Rechte besitzen:

    • Supervisor-Rechte für die Partition, der der Server hinzugefügt werden soll.

    • Supervisor-Rechte für den Container, dem der Server hinzugefügt werden soll.

    • Alle Attributrechte: Rechte zum Lesen, Vergleichen und Schreiben für das Objekt W0.KAP.Security.

    • Attributrechte: Rechte zum Lesen und Vergleichen für das Security-Containerobjekt.

    • Eingaberechte: Rechte zum Durchsuchen für das Security-Containerobjekt.

    Diese Rechte sind für das Hinzufügen der Reproduktion erforderlich, wenn weniger als drei Reproduktionen vorhanden sind.

  • (Bedingt) Soll ein Sekundärserver in einem vorhandenen Baum als Nicht-Administrator-Benutzer installiert werden, muss mindestens einer der Server im Baum dieselbe oder eine höhere eDirectory-Version aufweisen als der Sekundärserver, der als Container-Admin hinzugefügt werden soll. Wenn der hinzuzufügende Sekundärserver eine höhere Version aufweist, muss der Administrator des Baums das Schema erweitern, bevor der Sekundärserver über den Container-Admin hinzugefügt wird.

  • Beim Konfigurieren von eDirectory müssen Sie einen NCP-Port (NetWare Core Protocol) in der Firewall aktivieren (standardmäßig 524), um das Hinzufügen des Sekundärservers zu ermöglichen. Abhängig von Ihren Anforderungen können Sie außerdem die folgenden standardmäßigen Dienstports aktivieren:

    • LDAP-Klartext – 389

    • LDAP-Schutz – 636

    • HTTP-Klartext – 8028

    • HTTP-Schutz – 8030

  • Novell International Cryptographic Infrastructure (NICI) muss auf jeder Arbeitsstation installiert werden, auf der Verwaltungsdienstprogramme für eDirectory (z. B. iManager) verwendet werden. NICI und eDirectory unterstützen Schlüsselgrößen bis 4096 Bit. Weitere Informationen finden Sie unter „Installieren von NICI“ im NetIQ eDirectory-Installationshandbuch.

  • (Bedingt) Wenn der Name eines Containers im eDirectory-Baum einen Punkt enthält, müssen Sie die Parameter für den Admin-Namen, den Admin-Kontext und den Serverkontext während der Installation und auch beim Hinzufügen eines Servers zu einem vorhandenen Baum mithilfe von Escape-Zeichen angeben. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 7.2.1, Verwenden von Escape-Zeichen im Namen eines Containers, der einen Punkt („.“) enthält.

  • Sie müssen Administratorrechte für den Server und alle Bereiche des eDirectory-Baums besitzen, die domänenfähige Benutzerobjekte enthalten. Bei der Installation in einem vorhandenen Baum benötigen Sie Verwaltungsrechte für das Baumobjekt, um das Schema zu erweitern und Objekte zu erzeugen.

  • Da NTFS einen sichereren Transaktionsprozess bietet als ein Dateisystem mit FAT, können Sie eDirectory nur in einer NTFS-Partition installieren. Wenn Sie nur Dateisysteme mit FAT haben, führen Sie daher einen der folgenden Punkte aus:

    • Verwenden Sie den Festplatten-Manager. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Dokumentation zu Windows Server.

    • Erzeugen Sie eine neue Partition und formatieren Sie sie als NTFS.

    • Wandeln Sie ein vorhandenes FAT-Dateisystem mit dem Befehl CONVERT in NTFS um.

    • Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Dokumentation zu Windows Server.

    Wenn Ihr Server nur ein FAT-Dateisystem hat und Sie es versäumen, diesen Prozess zu überwachen, fordert Sie das Installationsprogramm auf, eine NTFS-Partition bereitzustellen.

  • Die aktuelle Version des Windows-SNMP-Dienstes muss ausgeführt werden.

  • Vor Beginn des Installationsvorgangs muss das Windows-Betriebssystem mit den aktuellen Service Packs aufgerüstet werden.

  • Bei der Installation auf einem virtuellen Computer, der eine DHCP-Adresse aufweist, oder auf einem physischen oder virtuellen Computer, auf dem SLP nicht übertragen wird, muss der Verzeichnisagent im Netzwerk konfiguriert werden.

Voraussetzungen für die Installation des Identitätsdepots in einer Cluster-Umgebung

NetIQ empfiehlt, vor der Installation des Identitätsdepots in einer Cluster-Umgebung die folgenden Überlegungen zu lesen:

  • Es müssen mindestens zwei Windows-Server mit Clustersoftware vorhanden sein.

  • Die Clustersoftware muss externen gemeinsam genutzten Speicher unterstützen, wobei ausreichend Speicherplatz für alle Identitätsdepot- und NICI-Daten vorhanden sein muss:

    • Die Identitätsdepot-DIB muss sich im gemeinsam genutzten Clusterspeicher befinden. Die Zustandsdaten für das Identitätsdepot müssen sich im gemeinsam genutzten Speicher befinden, damit sie für den Clusterknoten verfügbar sind, der zurzeit die Dienste ausführt.

    • Die Root-Identitätsdepot-Instanz auf den Clusterknoten muss so konfiguriert sein, dass sie die DIB des gemeinsamen Speichers verwendet.

    • Auch die NICI-Daten (NetIQ International Cryptographic Infrastructure) müssen gemeinsam genutzt werden, damit serverspezifische Schlüssel zwischen den Clusterknoten reproduziert werden. Die von allen Clusterknoten verwendeten NICI-Daten müssen sich im gemeinsam genutzten Clusterspeicher befinden.

    • NetIQ empfiehlt, alle weiteren eDirectory-Konfigurationsdaten und Protokolldaten im gemeinsam genutzten Speicher abzulegen.

  • Sie müssen eine virtuelle IP-Adresse besitzen.

  • (Bedingt) Wenn Sie eDirectory als Rahmenstruktur für das Identitätsdepot verwenden, unterstützt das Dienstprogramm nds-cluster-config lediglich die Root-eDirectory-Instanz. eDirectory bietet keine Unterstützung für die Konfiguration von mehreren Instanzen und die Nicht-Root-Installation von eDirectory in einer Cluster-Umgebung.

Weitere Informationen zur Installation des Identitätsdepots in einer geclusterten Umgebung finden Sie im Abschnitt Bereitstellen von eDirectory in Hochverfügbarkeits-Clustern im NetIQ eDirectory-Installationshandbuch.

7.1.3 Erläuterungen zu Identity Manager-Objekten in eDirectory

Die folgende Liste enthält die wesentlichen Identity Manager-Objekte, die in eDirectory gespeichert sind, und deren Verhalten zueinander . Während der Installation werden keine Projekte erstellt. Stattdessen legen Sie die Identity Manager-Objekte an, wenn Sie die Identity Manager-Lösung konfigurieren.

  • Treibersatz: Ein Treibersatz ist ein Container, der Identity Manager-Treiber und Bibliotheksobjekte enthält. Auf einem Server kann immer nur ein Treibersatz aktiv sein. Sie können einen Treibersatz jedoch mit mehreren Servern verknüpfen. Ein Treiber kann auch mehreren Servern gleichzeitig zugeordnet werden. Er sollte jedoch immer nur auf einem Server gleichzeitig ausgeführt werden. Auf den anderen Servern muss der Treiber deaktiviert sein. Auf jedem mit einem Treibersatz verknüpften Server muss der Identity Manager-Server installiert sein.

  • Bibliothek: Das Bibliotheksobjekt ist ein Repository mit häufig verwendeten Richtlinien, das von mehreren Positionen aus referenziert werden kann. Die Bibliothek wird im Treibersatz gespeichert. Sie können eine Richtlinie in die Bibliothek stellen, damit jeder Treiber im Treibersatz auf sie verwiesen werden kann.

  • Treiber: Ein Treiber stellt die Verbindung zwischen einer Anwendung und dem Identitätsdepot her. Er ermöglicht darüber hinaus die Datensynchronisierung und Datenfreigabe zwischen Systemen. Der Treiber wird im Treibersatz abgelegt.

  • Auftrag: Ein Auftrag automatisiert eine wiederkehrende Aufgabe. Ein Auftrag kann beispielsweise ein System konfigurieren, um ein Konto an einem bestimmten Tag zu deaktivieren oder um einen Workflow zu starten, mit dem eine Erweiterung der Zugriffsrechte einer Person auf eine Unternehmensressource angefordert wird. Der Auftrag wird im Treibersatz abgelegt.

7.1.4 Systemanforderungen für das Identitätsdepot

In diesem Abschnitt finden Sie die Mindestanforderungen für die Server, auf denen das Identitätsdepot installiert werden soll. Überprüfen Sie die Voraussetzungen und Überlegungen zur Installation, insbesondere im Zusammenhang mit dem Betriebssystem.

HINWEIS:Das BTRFS-Dateisystem wird nicht für das Identitätsdepot unterstützt.

Kategorie

Anforderung

Prozessor

1 GHz

Festplattenspeicher

  • 300 MB für das Identitätsdepot

  • 150 MB zusätzlicher Festplattenspeicher pro 50.000 Benutzer

Arbeitsspeicher

2 GB

Betriebssystem (zertifiziert)

Eines der folgenden 64-Bit-Betriebssysteme:

  • Windows Server 2016

  • Windows Server 2012 R2

  • Windows Server 2012

NetIQ empfiehlt, vor der Installation von Identity Manager die aktuellen Patches für das Betriebssystem mit der automatisierten Aktualisierungsfunktion des Herstellers anzuwenden.

HINWEIS:Zertifiziert bedeutet, dass das Betriebssystem vollständig getestet wurde und unterstützt wird.

Betriebssystem (unterstützt)

Aktuelle Version der Service Packs für die zertifizierten Betriebssysteme

HINWEIS:Unterstützt bedeutet, dass das Betriebssystem noch nicht getestet wurde; es ist jedoch davon auszugehen, dass es funktioniert.

Virtualisierungssystem

  • Hyper-V Server 2012 R2

  • VMWare ESX 5.0 und höher

  • Windows Server 2012 R2-Virtualisierung mit Hyper-V (unterstützt)

NetIQ unterstützt Identity Manager auf Enterprise-Virtualisierungssystemen, die die Betriebssysteme, unter denen die NetIQ-Produkte ausgeführt werden können, offiziell unterstützen. Sofern die Anbieter der Virtualisierungssysteme diese Betriebssysteme offiziell unterstützen, unterstützt NetIQ den gesamten Identity Manager-Stack auf diesen Systemen.

Verzeichnisservices

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