Wenn Sie die Identitätsanwendungen in einem Cluster ausführen, erzielen Sie eine höhere Verfügbarkeit. Darüber hinaus unterstützen die Anwendungen die HTTP-Sitzungsreproduktion und das Sitzungs-Failover. Wenn also bei einem Knoten, auf dem eine Sitzung läuft, eine Fehlfunktion auftritt, wird die Sitzung auf einem anderen Server im Cluster fortgesetzt, ohne dass der Benutzer eingreifen müsste.
In diesem Abschnitt finden Sie Anweisungen zum Vorbereiten Ihrer Umgebung (auch Cluster-Umgebungen) für die Verwendung der Identitätsanwendungen. Sie müssen die Schritte in diesem Kapitel gemeinsam mit den Anweisungen in Abschnitt 15.5.2, Geführte Installation der Identitätsanwendungen durchführen.
Weitere Informationen zu den Anforderungen für eine Cluster-Umgebung finden Sie in Abschnitt 15.1.3, Voraussetzungen und Überlegungen für die Installation der Identitätsanwendungen und Abschnitt 15.1.4, Systemanforderungen für die Identitätsanforderungen.
Abschnitt 15.4.1, Festlegen eines Speicherorts für den Berechtigungsindex
Abschnitt 15.4.2, Aktivieren des Berechtigungsindex für das Clustering
Abschnitt 15.4.3, Vorbereiten des Anwendungsservers auf die Identitätsanwendungen
Abschnitt 15.4.4, Vorbereiten eines Clusters für die Identitätsanwendungen
Beim Installieren der Identitätsanwendungen wird ein Berechtigungsindex für Tomcat angelegt. Wenn Sie keinen Speicherort für diesen Index angeben, erstellt das Installationsprogramm einen Ordner in einem temporären Verzeichnis. Beispiel: C:\NetIQ\idm\apps\tomcat\temp\permindex auf Tomcat.
In einer Testumgebung ist der Speicherort im Normalfall unerheblich. In einer Produktions- oder Staging-Umgebung sollte der Berechtigungsindex jedoch nicht in einem temporären Verzeichnis abgelegt werden.
So legen Sie einen Speicherort für den Berechtigungsindex fest:
Halten Sie Tomcat an.
Öffnen Sie die Konfigurationsdatei ism-configuration.properties in einem Texteditor.
Fügen Sie am Ende der Datei den folgenden Text an:
com.netiq.idm.cis.indexdir = path\permindex
Beispiel:
com.netiq.idm.cis.indexdir = C:\NetIQ\idm\apps\tomcat\temp\permindexSpeichern und schließen Sie die Datei.
Löschen Sie den vorhandenen Ordner permindex im temporären Verzeichnis.
Starten Sie Tomcat.
In diesem Abschnitt finden Sie Anweisungen zur Aktivierung des Berechtigungsindex für das Clustering.
Melden Sie sich bei iManager im ersten Knoten des Clusters an und navigieren Sie zu Objekte anzeigen.
Navigieren Sie unter System zum Treibersatz mit dem Benutzeranwendungstreiber.
Wählen Sie AppConfig > AppDefs > Konfiguration aus.
Wählen Sie das XMLData-Attribut aus, und legen Sie die Eigenschaft com.netiq.idm.cis.clustered auf true fest.
Beispiel:
<Eigenschaft>
<Schlüssel>com.netiq.idm.cis.clustered</Schlüssel>
<Wert>true</Wert>
</Eigenschaft>
Klicken Sie auf OK.
Bereiten Sie Tomcat, auf dem die Identitätsanwendungen ausgeführt werden sollen, entsprechend vor. Als Arbeitserleichterung ist Apache Tomcat im Installations-Kit enthalten. Weitere Informationen zum Verwenden der Anwendungen einer Cluster-Umgebung finden Sie auch in Abschnitt 15.4.4, Vorbereiten eines Clusters für die Identitätsanwendungen.
Die .iso-Datei für die Installation von Identity Manager enthält ein Programm, mit dem Sie Tomcat (und optional PostgreSQL) installieren können. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 12.2, Installieren von PostgreSQL und Tomcat.
Bei Bedarf können Sie Ihr eigenes Tomcat-Installationsprogramm anstelle des Schnellinstallationsprogramms im Installationspaket verwenden. Wenn Sie jedoch ein anderes Installationsprogramm verwenden, fallen zusätzliche Schritte an, damit Tomcat fehlerfrei mit den Identitätsanwendungen zusammenarbeitet.
Überprüfen Sie vor Beginn der Installation, ob die Version der zu installierenden Komponenten jeweils durch die Version der Identitätsanwendungen unterstützt wird. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 15.1.3, Voraussetzungen und Überlegungen für die Installation der Identitätsanwendungen.
Installieren Sie Apache Tomcat als Dienst auf dem Server.
Weitere Informationen finden Sie unter Tomcat Setup.
Installieren Sie die nachfolgenden Komponenten auf demselben Server wie Tomcat.
Java-Laufzeitumgebung (JRE): Weitere Informationen finden Sie im Java Platform Installation Guide (Installationshandbuch zur Java-Plattform) .
Apache ActiveMQ: Weitere Informationen finden Sie unter ActiveMQ.
PostgreSQL: Weitere Informationen finden Sie unter PostgreSQL Manuals (PostgreSQL-Handbücher).
Kopieren Sie die Datei activemq-all-5.15.2 jar in den Ordner C:\NetIQ\idm\apps\activemq.
Kopieren Sie folgende Dateien in den Ordner C:\NetIQ\idm\apps\tomcat\bin, um Protokolle zu erzeugen.
log4j.jar
log4j.properties
tomcat-juli-adapters.jar
Legen Sie in der Datei setenv.bat die folgenden Eigenschaften fest.
JAVA_HOME JRE_HOME PATH (set Java path) JAVA_OPTS="-Xms1024m -Xmx1024m"
Kopieren Sie die Datei postgresql-9.4.1212jdbc42.jar in den Ordner C:\NetIQ\idm\apps\tomcat\bin.
(Bedingt) Öffnen Sie in einer Clusterumgebung die Datei server.xml, die sich im Verzeichnis \TOMCAT_INSTALLED_HOME\conf\ im ersten Knoten des Clusters befindet, und kommentieren Sie die folgende Zeile aus:
<Cluster className="org.apache.catalina.ha.tcp.SimpleTcpCluster"/>
Wiederholen Sie dies für alle Knoten im Cluster.
Zur erweiterten Tomcat-Clusterkonfiguration beachten Sie die Schritte in der Dokumentation zu Apache Tomcat.
Die Identitätsanwendungen unterstützen HTTP-Sitzungsreproduktion und Sitzungs-Failover. Wenn bei einem Knoten, auf dem eine Sitzung läuft, eine Fehlfunktion auftritt, wird die Sitzung auf einem anderen Server im Cluster fortgesetzt, ohne dass der Benutzer eingreifen müsste. Bevor Sie die Identitätsanwendung in einem Cluster installieren, bereiten Sie die Umgebung vor.
Die Benutzeranwendungs-Clustergruppe nutzt einen UUID-Namen, sodass das Risiko von Konflikten mit anderen Cluster-Gruppen, die die Benutzer ggf. zu ihren Servern hinzufügen, minimiert wird. Sie können die Konfigurationseinstellungen für die Benutzeranwendungs-Clustergruppe mit den Benutzeranwendungsverwaltungsfunktionen bearbeiten. Änderungen der Clusterkonfiguration für einen Serverknoten werden erst nach einem Neustart dieses Knotens wirksam.
Weitere Informationen zu den Voraussetzungen für die Installation in einer Cluster-Umgebung finden Sie in Abschnitt 15.1.3, Voraussetzungen und Überlegungen für die Installation der Identitätsanwendungen.
Auf jedem Server im Cluster, auf dem die Identitätsanwendungen gehostet werden, kann eine Workflow-Engine ausgeführt werden. Damit der Cluster und die Workflow-Engine die größtmögliche Leistung erbringen, sollte jeder Server im Cluster denselben Partitionsnamen und dieselbe Partitions-UDP-Gruppe verwenden. Außerdem muss jeder Server im Cluster mit einer eindeutigen ID für die Workflow-Engine gestartet werden, da das Clustering für die Workflow-Engine unabhängig vom Cache-Rahmenwerk der Identitätsanwendungen erfolgt.
Legen Sie die Systemeigenschaften für Tomcat fest, damit die Workflow-Engines ordnungsgemäß ausgeführt werden.
Erstellen Sie für jeden Identitätsanwendungsserver im Cluster jeweils eine neue JVM-Systemeigenschaft.
Geben Sie der Systemeigenschaft den Namen com.novell.afw.wf.Engine-ID; die Engine-ID muss dabei eindeutig sein.
Die Identitätsanwendungen verschlüsseln vertrauliche Daten mit einem Master-Schlüssel. Alle Identitätsanwendungen in einem Cluster müssen denselben Master-Schlüssel verwenden. In diesem Abschnitt wird beschrieben, wie Sie sicherstellen, dass alle Identitätsanwendungen in einem Cluster denselben Master-Schlüssel verwenden.
Weitere Informationen zum Erstellen des Master-Schlüssels finden Sie unter Security – Master Key (Sicherheit – Master-Schlüssel) im Schritt 6. Weitere Informationen zum Verschlüsseln vertraulicher Daten in den Identitätsanwendungen finden Sie unter Verschlüsseln vertraulicher Identitätsanwendungsdaten im NetIQ Identity Manager – Administratorhandbuch zu den Identitätsanwendungen.
Installieren Sie die Benutzeranwendung auf dem ersten Knoten im Cluster.
Beachten Sie im Fenster „Sicherheit – Master-Schlüssel“ des Installationsprogramms den Speicherort der Datei master-key.txt, die den neuen Master-Schlüssel für die Identitätsanwendungen enthält. Standardmäßig befindet sich diese Datei im Installationsverzeichnis.
Installieren Sie die Identitätsanwendungen auf den anderen Knoten im Cluster.
Klicken Sie im Fenster „Sicherheit – Master-Schlüssel“ auf Ja und dann auf Weiter.
Kopieren Sie im Fenster „Master-Schlüssel importieren“ den Master-Schlüssel aus der Textdatei, die Sie in Schritt 2 erstellt haben.