1.7 Beispiele für OpenText Identity Manager-Bereitstellungen

Mit OpenText Identity Manager steuern Sie die Benutzeridentitäten und deren Zugriff auf Anwendungen und Konten auf verbundenen Systemen. Wählen Sie die zu installierende OpenText Identity Manager-Edition entsprechend der benötigten Funktion aus. Diese bestimmt dann die zu installierenden Komponenten. In der folgenden Tabelle sind die Funktionen der OpenText Identity Manager Advanced Edition und der OpenText Identity Manager Standard Edition aufgeführt.

Funktion

Advanced Edition

Standard Edition

Zu installierende Komponenten

Automatische regelbasierte Benutzerbereitstellung

OpenText Identity Manager-Engine und Designer

Identitätssynchronisierung in Echtzeit

OpenText Identity Manager-Engine und Designer

Passwortverwaltung und Passwortselbstbedienung

OpenText Identity Manager-Engine und SSPR

Einheitliches Identitätsinformations-Tool (Analyzer)

Analyzer

REST APIs und Single Sign-on-Support

(nur eingeschränkte Unterstützung)

OpenText Identity Manager-Engine, OSP und Identity Reporting

Berichterstellung über den aktuellen Zustand

OpenText Identity Manager-Engine und Identity Reporting

Rollenbasierte unternehmensgerechte Bereitstellung

OpenText Identity Manager-Engine und Identity Applications

Automatische Genehmigungs-Workflows für die Durchsetzung von Geschäftsrichtlinien

OpenText Identity Manager-Engine, Designer und Identity Applications

Erweiterte Selbstbedienung in den Identity Applications

OpenText Identity Manager-Engine und Identity Applications

Ressourcenmodell und Katalog für die einfache Ressourcenbereitstellung

OpenText Identity Manager-Engine und Identity Applications

Berichterstellung über den Zustandsverlauf

OpenText Identity Manager-Engine und Identity Reporting

Berichterstellung über verbundene Systeme

OpenText Identity Manager-Engine und Identity Reporting

Rollen- und Ressourcenverwaltung

OpenText Identity Manager-Engine und Identity Applications

HINWEIS:In allen OpenText Identity Manager-Installationen ist der OpenText Identity Manager Server die zentrale Komponente. Abhängig von der OpenText Identity Manager-Edition wird auf einem Tomcat-Anwendungsserver nur Identity Reporting installiert bzw. sowohl Identity Reporting als auch Identity Applications. Installieren Sie nach Bedarf andere Komponenten mit dem für die OpenText Identity Manager-Komponenten spezifischen Installationsprogramm. Installieren Sie beispielsweise Designer, Analyzer oder Sentinel Log Management für IGA.

Prüfen Sie vor der Installation von OpenText Identity Manager zudem die Ziele für Ihre Implementierung und achten sie auf die Optionen für die physische Topologie, wie Hochverfügbarkeit und Skalierbarkeit. Dadurch ermitteln Sie die Konfiguration, die zu den Anforderungen Ihrer Organisation passt.

Durch die Hochverfügbarkeit lassen sich wichtige Netzwerkressourcen wie Daten, Anwendungen und Dienste effizient verwalten. Hochverfügbarkeit wird durch Reduzierung der einzelnen Fehlerquellen und Nutzung redundanter Komponenten implementiert. Auf ähnliche Weise lässt sich durch die Verbindung mehrerer Instanzen von Identity Management-Komponenten mit einem Lastausgleichprogramm eine Hochverfügbarkeitsumgebung bereitstellen.

In diesem Abschnitt werden zwei Beispiele beschrieben, die die Implementierung der Advanced Edition und Standard Edition auf hohem Niveau beschreibt. Sie dienen Ihnen als Referenz für die Erstellung eines Bereitstellungsdiagramms für Ihre Implementierung.

1.7.1 Beispiel für die Bereitstellung einer Advanced Edition

Abbildung 1-4 zeigt eine anspruchsvolle Bereitstellungstopologie einer Installation der OpenText Identity Manager Advanced Edition.

Abbildung 1-4 Beispiel für die Bereitstellung einer Advanced Edition

  • Die Komponenten des OpenText Identity Manager Servers, sein zugrundeliegendes Repository (Identitätsdepot) und die webfähigen Komponenten (Identity Applications und Identity Reporting) werden in der Intranetzone installiert. Das Lastausgleichprogramm leitet dann den Datenverkehr an die Komponenten von Identity Applications weiter. Diese Bereitstellung schafft mehr Sicherheit, weil diese Komponenten durch Firewalls vom Intranet-Datenverkehr getrennt sind.

  • Die Komponenten des OpenText Identity Manager Servers werden zur Verwendung einer Zwei-Server-Konfiguration (Primär- und Sekundärserver) konfiguriert. Eine virtuelle logische IP-Adresse ist auf dem Primärserver aktiv. Er fungiert als (aktiver) Primärknoten, ein weiterer Server als Sekundärknoten. Fällt der Primärserver aus, wird die logische IP-Adresse an den Sekundärserver verschoben. Alle Prozesse werden dann am Sekundärserver gestartet. Die Anwendungsvorgänge für den Zugriff auf den Sekundärserver erfahren möglicherweise einen vorübergehenden Serviceausfall, wenn die logische IP-Adresse verschoben wird. Alle anderen Vorgänge werden gestartet. Alle Komponenten nutzen zu jedem Zeitpunkt denselben Identitätsdepot-Server.

  • SSPR-Services sind innerhalb und außerhalb der Firewall für die Passwortverwaltungsanforderungen lokaler und mobiler Benutzer der Organisation verfügbar. Die innerhalb der Firewall installierten Services sind für die lokalen Passwortverwaltungsanforderungen zuständig. Falls sie das Passwort vergessen, können mobile Mitarbeiter nicht mehr auf das VPN zugreifen und daher auch nicht mehr auf die intern vorhandenen SSPR-Services. Sie können zur Verwaltung ihrer Passwörter direkt auf die SSPR-Services zugreifen, die sich außerhalb der Firewall befinden.

  • Die Benutzeranwendung und der Authentifizierungsservice (OSP) werden in einem Cluster bereitgestellt. Sie unterstützen die Ausfallsicherung (Failover) für Identity Applications. Die Clusterknoten werden der Identity Applications-Datenbank hinzugefügt, die auf einem separaten Computer installiert ist. Mit dieser Bereitstellung können Sie dem Cluster weitere Knoten hinzufügen. Die Clusterkonfiguration wird sofort an die neu hinzugefügten Knoten gesendet. Das Lastausgleichprogramm ist normalerweise Teil des Clusters. Es versteht sowohl die Clusterkonfiguration als auch die Ausfallsicherungsrichtlinien. In dieser Konfiguration ist immer nur ein Clusterknoten aktiv, während sich die verbleibenden Knoten im passiven oder Standby-Modus befinden. Wenn ein Knoten ausfällt, werden die Anforderungen an diesen Knoten an die noch aktiven Knoten im Cluster verteilt. Da diese Installation eine interne, hochverfügbare Lösung ist, schützt sie vor Ausfällen der lokalen Hardware und Software. Sie nutzt einen hardwarebasierten Cluster aus zwei Knoten, um Hochverfügbarkeit für Identity Applications-Komponenten zu erzielen.

OpenText hat diese Konfiguration getestet und empfiehlt sie.

HINWEIS:OpenText Identity Manager unterstützt kein Clustering der Identity Reporting-Komponenten.

1.7.2 Beispiel für die Bereitstellung einer Standard Edition

In Produktionsbereitstellungen spezifizieren die Sicherheitsrichtlinien möglicherweise, dass der Authentifizierungsservice für erweiterte Authentifizierung und Schutz Ihrer Umgebung nicht dem öffentlichen Netzwerk gezeigt werden darf. Abbildung 1-5 zeigt eine anspruchsvolle Bereitstellungstopologie einer Installation der OpenText Identity Manager Standard Edition.

Abbildung 1-5 Beispiel für die Bereitstellung einer Standard Edition

  • Die Komponenten des OpenText Servers, sein zugrundeliegendes Repository (Identitätsdepot) und die Identity Reporting-Komponenten werden in der Intranetzone installiert. Der Internetdatenverkehr wird über die Webserver an die Identity Reporting-Komponenten geroutet, die für zusätzlichen Schutz hinter der Firewall installiert sind. Diese Bereitstellung schafft mehr Sicherheit, weil diese Komponenten durch Firewalls vom Intranet-Datenverkehr getrennt sind.

  • Die Komponenten des OpenText Identity Manager Servers werden zur Verwendung einer Zwei-Server-Konfiguration (Primär- und Sekundärserver) konfiguriert. Eine virtuelle logische IP-Adresse ist auf dem Primärserver aktiv. Er fungiert als (aktiver) Knoten, ein weiterer Server als Sekundärknoten. Fällt der Primärserver aus, wird die logische IP-Adresse an den Sekundärserver verschoben. Alle Prozesse werden dann am Sekundärserver gestartet. Die Anwendungsvorgänge für den Zugriff auf den Sekundärserver erfahren möglicherweise einen vorübergehenden Serviceausfall, wenn die logische IP-Adresse verschoben wird. Alle anderen Vorgänge werden gestartet. Alle Komponenten nutzen zu jedem Zeitpunkt denselben Identitätsdepot-Server.

  • SSPR-Services sind innerhalb und außerhalb der Firewall für die Passwortverwaltungsanforderungen lokaler und mobiler Benutzer der Organisation verfügbar. Die innerhalb der Firewall installierten Services sind für die lokalen Passwortverwaltungsanforderungen zuständig. Falls sie das Passwort vergessen, können mobile Mitarbeiter nicht mehr auf das VPN zugreifen und daher auch nicht mehr auf die intern vorhandenen SSPR-Services. Sie können zur Verwaltung ihrer Passwörter direkt auf die SSPR-Services zugreifen, die sich außerhalb der Firewall befinden.

OpenText hat diese Konfiguration getestet und empfiehlt sie.

HINWEIS:OpenText Identity Manager unterstützt kein Clustering der Identity Reporting-Komponenten.