2.3 Produktaufrüstung

Dieses Kapitel beschreibt eine Vorgehensweise, die Ihnen dabei hilft, eine verteilte Umgebung in kontrollierten Schritten aufzurüsten oder zu migrieren.

Die Angaben in diesem Kapitel basieren auf der Annahme, dass Ihre Umgebung mehrere Verwaltungsserver enthält und sich einige Server an Remotestandorten befinden. Dieses Art der Konfiguration wird als Multi-Master-Set (MMS) bezeichnet. Ein MMS besteht aus einem primären Verwaltungsserver und einem oder mehreren verknüpften, sekundären Verwaltungsservern. Weitere Informationen zur Funktionsweise von MMS finden Sie unter Configuring the Multi-Master Set (Konfigurieren des Multi-Master-Sets (MMS) im Directory and Resource Administrator Administrator Guide (Directory and Resource Administrator-Administratorhandbuch).

2.3.1 DRA-Aufrüstung planen

Führen Sie NetIQAdminInstallationKit.msi aus, um die DRA-Installationsmedien zu extrahieren, und installieren Sie das Systemdiagnose-Dienstprogramm und führen Sie es aus.

Planen Sie Ihre DRA-Bereitstellung, bevor Sie mit dem Aufrüstungsprozess beginnen. Beachten Sie beim Planen der Bereitstellung den folgenden Leitfaden:

  • Testen Sie den Aufrüstungsprozess in einer Laborumgebung, bevor Sie die Aufrüstung in der Produktionsumgebung implementieren. Beim Testen können Sie unerwartete Probleme identifizieren und auflösen, ohne die Erledigung von Administrationsaufgaben zu beeinträchtigen, für die Sie verantwortlich sind.

  • Lesen Sie Erforderliche Ports und Protokolle.

  • Ermitteln Sie, wie viele Hilfsadministratoren jeweils auf einen MMS angewiesen sind. Wenn der Großteil Ihrer Hilfsadministratoren auf bestimmte Server oder Serversätze angewiesen ist, rüsten Sie diese Server zuerst außerhalb der Spitzenbetriebszeiten auf.

  • Ermitteln Sie, welche Hilfsadministratoren die Delegierungs- und Konfigurationskonsole benötigen. Diese Informationen können Sie auf eine der folgenden Weisen ermitteln:

    • Überprüfen Sie, welche Hilfsadministratoren mit den integrierten Hilfsadministratorgruppen verknüpft sind.

    • Überprüfen Sie, welche Hilfsadministratoren mit den integrierten ActiveViews verknüpft sind.

    • Erstellen Sie mithilfe der Directory and Resource Administrator-Berichterstellung Sicherheitsmodellberichte, wie die ActiveView-Berichte zu Hilfsadministratordetails oder Hilfsadministratorgruppen.

    Informieren Sie diese Hilfsadministratoren über Ihre Aufrüstungspläne für die Benutzeroberflächen.

  • Ermitteln Sie, wie viele Hilfsadministratoren eine Verbindung zum primären Verwaltungsserver herstellen müssen. Diese Hilfsadministratoren sollten ihre Clientcomputer aufrüsten, nachdem Sie den primären Verwaltungsserver aufgerüstet haben.

    Informieren Sie diese Hilfsadministratoren über Ihre Aufrüstungspläne für die Verwaltungsserver und Benutzeroberflächen.

  • Ermitteln Sie, ob Sie Delegierungs-, Konfigurations- oder Richtlinienänderungen implementieren müssen, bevor Sie mit dem Aufrüstungsprozess beginnen. Je nach Umgebung kann diese Entscheidung für jeden Standort einzeln getroffen werden.

  • Koordinieren Sie die Aufrüstung der Clientcomputer und der Verwaltungsserver, um die Ausfallzeit möglichst gering zu halten. Beachten Sie, dass das gemeinsame Ausführen von früheren DRA-Versionen und der aktuellen DRA-Version auf dem gleichen Verwaltungsserver oder Clientcomputer nicht unterstützt wird.

2.3.2 Voraufrüstungsaufgaben

Führen Sie vor dem Beginn einer Aufrüstungsinstallation die unten aufgeführten Voraufrüstungsschritte aus, um jeden Serversatz auf die Aufrüstung vorzubereiten.

Schritt

Details

AD LDS-Instanz sichern

Öffnen Sie das Systemdiagnose-Dienstprogramm und führen Sie die Prüfung AD LDS-Instanzicherung aus, um eine Sicherung der aktuellen AD LDS-Instanz zu erstellen.

Bereitstellungsplan erstellen

Erstellen Sie einen Bereitstellungsplan für die Aufrüstung der Verwaltungsserver und Benutzeroberflächen (Clientcomputer der Hilfsadministratoren). Weitere Informationen finden Sie unter DRA-Aufrüstung planen.

Dedizierten Sekundärserver zum Ausführen einer früheren DRA-Version festlegen

Optional: Legen Sie einen dedizierten, sekundären Verwaltungsserver fest, der eine frühere DRA-Version ausführt, während Sie einen Standort aufrüsten.

Erforderliche Änderungen für diesen MMS vornehmen

Nehmen Sie alle erforderlichen Änderungen an den Delegierungs-, Konfigurations- und Richtlinieneinstellungen für diesen MMS vor. Bearbeiten Sie diese Einstellungen mit dem primären Verwaltungsserver.

MMS synchronisieren

Synchronisieren Sie die Serversätze, sodass jeder Verwaltungsserver die neuesten Konfigurations- und Sicherheitseinstellungen hat.

Primärserver-Registrierung sichern

Sichern Sie die Registrierung des primären Verwaltungsservers. Wenn Sie über eine Sicherung der früheren Registrierungeinstellungen verfügen, können Sie die früheren Konfigurations- und Sicherheitseinstellungen mühelos wiederherstellen.

HINWEIS:Wenn Sie die Sicherung der AD LDS-Instanz wiederherstellen müssen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Stoppen Sie die aktuelle AD LDS-Instanz unter „Computerverwaltung“ > „Dienste“. Sie trägt einen anderen Titel: NetIQDRASecureStoragexxxxx.

  2. Ersetzen Sie die aktuelle Datei adamnts.dit wie unten angegeben durch die Sicherungsdatei adamnts.dit:

    • Speicherort der aktuellen Datei: %ProgramData%/NetIQ/DRA/<DRA-Instanzname>/data/

    • Speicherort der Sicherungsdatei: %ProgramData%/NetIQ/ADLDS/

  3. Starten Sie die AD LDS-Instanz neu.

Dedizierten lokalen Verwaltungsserver zum Ausführen einer früheren DRA-Version festlegen

Wenn Sie einen oder mehrere dedizierte sekundäre Verwaltungsserver festlegen, die während der Aufrüstung eine frühere DRA-Version lokal am jeweiligen Standort ausführen, können Sie Ausfallzeiten und kostenaufwändige Verbindungen zu Remote-Standorten minimieren. Dieser Schritt ist optional und ermöglicht Hilfsadministratoren, während des gesamten Aufrüstungsprozesses mit einer früheren DRA-Version zu arbeiten, bis Sie die Bereitstellung fertiggestellt haben.

Erwägen Sie die Verwendung dieser Option, wenn eine oder mehrere der folgenden Aufrüstungsanforderungen auf Ihre Umgebung zutreffen:

  • Ausfallzeit müssen verhindert oder minimiert werden.

  • Sie müssen eine große Anzahl Hilfsadministratoren unterstützen und können nicht alle Clientcomputer gleichzeitig aufrüsten.

  • Sie möchten nach dem Aufrüsten des primären Verwaltungsservers weiterhin den Zugriff auf eine frühere DRA-Version unterstützen.

  • Ihre Umgebung enthält einen MMS, der mehrere Standorte umfasst.

Sie können einen neuen sekundären Verwaltungsserver installieren oder einen vorhandenen Sekundärserver verwenden, der eine frühere DRA-Version ausführt. Wenn Sie beabsichtigen, diesen Server aufzurüsten, sollten Sie diesen Server als letztes aufrüsten. Deinstallieren Sie andernfalls DRA komplett von diesem Server, nachdem Sie die Aufrüstung abgeschlossen haben.

Neuen Sekundärserver einrichten

Die Installation eines neuen Sekundärservers vor Ort kann dazu beitragen, kostenaufwändige Verbindungen zu Remotestandorten zu vermeiden, und gewährleistet, dass die Hilfsadministratoren mit der früheren DRA-Version ohne Unterbrechung weiterarbeiten können. Wenn die Umgebung einen MMS enthält, der mehrere Standorte umfasst, sollten Sie diese Option in Betracht ziehen. Wenn Ihr MMS beispielsweise einen primären Verwaltungsserver am Standort London und einen sekundären Verwaltungsserver am Standort Tokio umfasst, erwägen Sie die Installation eines Sekundärservers am Standort London, den Sie zum entsprechenden MMS hinzufügen. Die Hilfsadministratoren am Standort London können dann diesen zusätzlichen Server verwenden und so bis zum Fertigstellen der Aufrüstung mit einer früheren DRA-Version arbeiten.

Vorhandenen Sekundärserver verwenden

Sie können auch einen vorhandenen sekundären Verwaltungsserver als dedizierten Server für eine frühere DRA-Version verwenden. Wenn Sie beabsichtigen, einen sekundären Verwaltungsserver an einem bestimmten Standort nicht aufzurüsten, sollten Sie diese Option in Betracht ziehen. Wenn Sie keinen vorhandenen Sekundärserver als dedizierten Server festlegen können, erwägen Sie zu diesem Zweck die Installation eines neuen Verwaltungsservers. Wenn Sie einen oder mehrere Sekundärserver als dedizierten Server zum Ausführen einer früheren DRA-Version festlegen, können die Hilfsadministratoren bis zum Fertigstellen der Aufrüstung ohne Unterbrechung mit einer früheren DRA-Version weiterarbeiten. Diese Option eignet sich am besten in größeren Umgebungen, die ein zentralisiertes Verwaltungsmodell verwenden.

Serversatz mit früherer DRA-Version synchronisieren

Bevor Sie die Registrierung der früheren DRA-Version sichern oder den Aufrüstungsprozess starten, stellen Sie sicher, dass Sie die Serversätze synchronisiert haben, damit jeder Verwaltungsserver über die neuesten Konfigurations- und Sicherheitseinstellungen verfügt.

HINWEIS:Stellen Sie sicher, dass Sie alle erforderlichen Änderungen an den Delegierungs-, Konfigurations- und Richtlinieneinstellungen für diesen MMS vorgenommen haben. Bearbeiten Sie diese Einstellungen mit dem primären Verwaltungsserver. Nachdem Sie den primären Verwaltungsserver aufgerüstet haben, können Sie keine Delegierungs-, Konfigurations- oder Richtlinieneinstellungen mit Verwaltungsservern synchronisieren, die eine frühere DRA-Version ausführen.

So synchronisieren Sie einen vorhandenen Serversatz:

  1. Melden Sie sich mit dem integrierten Admin-Konto beim primären Verwaltungsserver an.

  2. Starten Sie die MMC-Benutzeroberfläche.

  3. Erweitern Sie im linken Bereich den Eintrag Configuration Management (Konfigurationsmanagement).

  4. Klicken Sie auf Administration Servers (Verwaltungsserver).

  5. Wählen Sie im rechten Bereich den entsprechenden primären Verwaltungsserver für diesen Serversatz aus.

  6. Klicken Sie auf Properties (Eigenschaften).

  7. Klicken Sie auf der Registerkarte für den Synchronisierungszeitplan auf Refresh Now (Jetzt aktualisieren).

  8. Überprüfen Sie den erfolgreichen Abschluss der Synchronisierung und überprüfen Sie, ob alle sekundären Verwaltungsserver verfügbar sind.

Registrierung des Verwaltungsservers sichern

Wenn Sie eine Sicherung der Registrierung des Verwaltungsservers erstellen, können Sie frühere Konfigurationen wiederherstellen. Wenn Sie beispielsweise die aktuelle DRA-Version vollständig deinstallieren müssen und zur vorigen DRA-Version zurückkehren, können Sie mithilfe einer Sicherung der früheren Registrierungseinstellungen Ihre vorigen Konfigurations- und Sicherheitseinstellungen einfach wiederherstellen.

Gehen Sie jedoch mit Bedacht vor, wenn Sie die Registrierung bearbeiten. Fehler in der Registrierung können dazu führen, dass der Verwaltungsserver nicht wie erwartet funktioniert. Wenn während des Aufrüstungsprozesses ein Fehler auftritt, können Sie mithilfe der Sicherung der Registrierungseinstellungen die Registrierung wiederherstellen. Weitere Informationen finden Sie in der Registrierungseditor-Hilfe.

WICHTIG:Die DRA-Serverversion, der Name des Windows-Betriebssystems und die Konfiguration der verwalteten Domäne müssen beim Wiederherstellen der Registrierung identisch sein.

WICHTIG:Sichern Sie vor dem Aufrüsten das Windows-Betriebssystem des Computers, der als Host für DRA fungiert, oder erstellen Sie ein VM-Snapshot-Image der Maschine.

So sichern Sie die Registrierung des Verwaltungsservers:

  1. Führen Sie regedit.exe aus.

  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Knoten HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Wow6432Node\Mission Critical Software\OnePoint und wählen Sie Exportieren aus.

  3. Geben Sie den Namen und den Speicherort der Datei zum Speichern des Registrierungsschlüssels an und klicken Sie auf Speichern.

2.3.3 DRA-Verwaltungsserver aufrüsten

Die folgende Checkliste leitet Sie durch den gesamten Aufrüstungsprozess. Rüsten Sie jeden Serversatz in Ihrer Umgebung gemäß diesem Prozess auf. Sofern noch nicht erfolgt, erstellen Sie mit dem Systemdiagnose-Dienstprogramm eine Sicherung der aktuellen AD-LDS-Instanz.

Sie können diesen Aufrüstungsprozess über mehrere Phasen verteilen und jeweils ein MMS auf einmal aufrüsten. Dieser Aufrüstungsprozess ermöglicht Ihnen außerdem das vorübergehende gleichzeitige Einschließen von Sekundärservern, die eine frühere DRA-Version ausführen, und von Sekundärservern, die die aktuelle DRA-Version ausführen, in den gleichen MMS. DRA unterstützt die Synchronisierung zwischen Verwaltungsservern, die eine frühere DRA-Version ausführen, und Servern, die die aktuelle DRA-Version ausführen. Beachten Sie jedoch, dass das gemeinsame Ausführen einer früheren DRA-Version und der aktuellen DRA-Version auf dem gleichen Verwaltungsserver oder Clientcomputer nicht unterstützt wird.

In DRA 9.2 und höher wird die Konfiguration des Workflowautomatisierungsservers in AD LDS und nicht in der Registrierung gespeichert. Bei der Aktualisierung von DRA 9.1 oder früher auf DRA 9.2 oder höher wird die Registrierungskonfiguration automatisch zu AD LDS verschoben und auf allen Sekundärservern reproduziert.

ACHTUNG:Rüsten Sie die sekundären Verwaltungsserver erst auf, wenn Sie den primären Verwaltungsserver für diesen MMS aufgerüstet haben.

Schritt

Details

Systemdiagnose-Dienstprogramm ausführen

Installieren Sie das eigenständige DRA-Systemdiagnose-Dienstprogramm und führen Sie es mit einem Servicekonto aus. Beheben Sie etwaige Probleme.

Testaufrüstung ausführen

Führen Sie eine Testaufrüstung in der Laborumgebung aus, um mögliche Probleme zu identifizieren und die Ausfallzeit zu minimieren.

Aufrüstsreihenfolge ermitteln

Legen Sie die Reihenfolge fest, in der Sie die Serversätze aufrüsten möchten.

MMS für die Aufrüstung vorbereiten

Bereiten Sie jeden MMS für die Aufrüstung vor. Weitere Informationen finden Sie unter Voraufrüstungsaufgaben.

Primärserver aufrüsten

Rüsten Sie den primären Verwaltungsserver im entsprechenden MMS auf.

Neuen Sekundärserver installieren

(Optional) Installieren Sie einen lokalen sekundären Verwaltungsserver, der die neueste DRA-Version ausführt, um Ausfallzeiten an Remotestandorten zu vermeiden.

Benutzeroberflächen bereitstellen

Stellen Sie die Benutzeroberflächen für ihre Hilfsadministratoren bereit.

Sekundärserver aufrüsten

Rüsten Sie die sekundären Verwaltungsserver im MMS auf.

DRA-Berichterstellung aufrüsten

Rüsten Sie die DRA-Berichterstellung auf.

REST-Erweiterungen aufrüsten

Führen Sie das Installationsprogramm für DRA-REST-Erweiterungen aus.

Systemdiagnose-Dienstprogramm ausführen

Führen Sie das Systemdiagnose-Dienstprogramm aus, das im Rahmen der Aufrüstung installiert wurde. Beheben Sie etwaige Probleme.

Primären Verwaltungsserver aufrüsten

Nachdem Sie den MMS erfolgreich vorbereitet haben, rüsten Sie den primären Verwaltungsserver auf. Rüsten Sie keine Benutzeroberflächen auf den Clientcomputern der Hilfsadministratoren auf, solange die Aufrüstung des primären Verwaltungsservers noch nicht abgeschlossen ist. Weitere Informationen finden Sie unter DRA-Benutzeroberflächen aufrüsten.

HINWEIS:Ausführliche Informationen zu Erwägungen und Anweisungen für die Aufrüstung finden Sie in den Directory Resource Administrator Release Notes (Versionshinweise zu Directory Resource Administrator).

Informieren Sie vor dem Beginn der Aufrüstung die Hilfsadministratoren über den geplanten Start des Prozesses. Wenn Sie einen dedizierten sekundären Verwaltungsserver zum Ausführen einer früheren DRA-Version festgelegt haben, identifzieren Sie außerdem diesen Server, damit die Hilfsadministratoren während der Aufrüstung mit der früheren DRA-Version weiterarabeiten können.

HINWEIS:Nachdem Sie den primären Verwaltungsserver aufgerüstet haben, können Sie keine Delegierungs-, Konfigurations- oder Richtlinieneinstellungen von diesem Server mit sekundären Verwaltungsservern synchronisieren, die eine frühere DRA-Version ausführen.

Lokalen sekundären Verwaltungsserver für die aktuelle DRA-Version installieren

Durch das Installieren eines neuen sekundären Verwaltungsservers zum Ausführen der aktuellen DRA-Version am lokalen Standort können Sie kostenaufwändige Verbindungen zu Remotestandorten minimieren, Ausfallzeiten reduzieren und eine schnellere Bereitstellung der Benutzeroberflächen ermöglichen. Dieser Schritt ist optional und ermöglicht Hilfsadministratoren, während des gesamten Aufrüstungsprozesses sowohl mit der aktuellen DRA-Version als auch mit einer früheren DRA-Version zu arbeiten, bis Sie die Bereitstellung fertiggestellt haben.

Erwägen Sie die Verwendung dieser Option, wenn eine oder mehrere der folgenden Aufrüstungsanforderungen auf Ihre Umgebung zutreffen:

  • Ausfallzeit müssen verhindert oder minimiert werden.

  • Sie müssen eine große Anzahl Hilfsadministratoren unterstützen und können nicht alle Clientcomputer gleichzeitig aufrüsten.

  • Sie möchten nach dem Aufrüsten des primären Verwaltungsservers weiterhin den Zugriff auf eine frühere DRA-Version unterstützen.

  • Ihre Umgebung enthält einen MMS, der mehrere Standorte umfasst.

Wenn Ihr MMS beispielsweise einen primären Verwaltungsserver am Standort London und einen sekundären Verwaltungsserver am Standort Tokio umfasst, erwägen Sie die Installation eines Sekundärservers am Standort Tokio, den Sie zum entsprechenden MMS hinzufügen. Dieser zusätzliche Server ermöglicht einen besseren Ausgleich der täglichen Verwaltungsarbeitslast am Standort Tokio. Außerdem können Hilfsadministratoren beider Standorte bis zum Fertigstellen der Aufrüstung wahlweise mit einer früheren DRA-Version oder mit der aktuellen DRA-Version arbeiten. Des Weiteren sind die Hilfsadministratoren nicht mit Ausfallzeiten konfrontiert, weil Sie die Benutzeroberflächen mit der aktuellen DRA-Version sofort bereitstellen können. Weitere Informationen zum Aufrüstung der Benutzeroberflächen finden Sie in DRA-Benutzeroberflächen aufrüsten.

DRA-Benutzeroberflächen aufrüsten

Typischerweise sollten Sie die Benutzeroberflächen mit der aktuellen DRA-Version bereitstellen, nachdem Sie den primären Verwaltungsserver und einen sekundären Verwaltungsserver aufgerüstet haben. Rüsten Sie jedoch zuerst die Clientcomputer der Hilfsadministratoren auf, die den primären Verwaltungsserver verwenden müssen, indem Sie die Delegierungs- und Konfigurationskonsole installieren. Weitere Informationen finden Sie unter DRA-Aufrüstung planen.

Wenn Sie oft Stapelverarbeitungen über den CLI- oder ADSI-Anbieter ausführen oder oft Berichte generieren, erwägen Sie die Installation dieser Benutzeroberflächen auf einem dedizierten sekundären Verwaltungsserver, um einen angemessenen Lastausgleich im MMS zu gewährleisten.

Sie können die DRA-Benutzeroberflächen von den Hilfsadministratoren installieren lassen oder diese Benutzeroberflächen über eine Gruppenrichtlinie bereitstellen. Sie können außerdem die Webkonsole schnell und einfach für mehrere Hilfsadministratoren bereitstellen.

HINWEIS:Es ist nicht möglich, mehrere Versionen von DRA-Komponenten nebeneinander auf dem gleichen DRA-Server auszuführen. Wenn Sie beabsichtigen, die Clientcomputer der Hilfsadministratoren in mehreren Phasen aufzurüsten, erwägen Sie die Bereitstellung der Webkonsole, um den sofortigen Zugriff auf einen Verwaltungsserver mit der aktuellen DRA-Version zu ermöglichen.

Sekundäre Verwaltungsserver aufrüsten

Beim Aufrüsten von sekundären Verwaltungsservern können Sie jeden Server je nach Bedarf und Verwaltungsanforderungen aufrüsten. Berücksichtigen Sie dabei auch, wie Sie die Aufrüstung und Bereitstellung der DRA-Benutzeroberflächen geplant haben. Weitere Informationen finden Sie unter DRA-Benutzeroberflächen aufrüsten.

Ein typischer Aufrüstungspfad kann beispielsweise die folgenden Schritte umfassen:

  1. Rüsten Sie einen sekundären Verwaltungsserver auf.

  2. Weisen Sie die Hilfsadministratoren, die diesen Server verwenden, an, die entsprechende Benutzeroberfläche zu installieren, zum Beispiel die Konto- und Ressourcenverwaltungskonsole.

  3. Wiederholen Sie die oben genannten Schritte 1 und 2, bis der gesamte MMS aufgerüstet ist.

Informieren Sie vor dem Beginn der Aufrüstung die Hilfsadministratoren über den geplanten Start des Prozesses. Wenn Sie einen dedizierten sekundären Verwaltungsserver zum Ausführen einer früheren DRA-Version festgelegt haben, identifzieren Sie außerdem diesen Server, damit die Hilfsadministratoren während der Aufrüstung mit der früheren DRA-Version weiterarabeiten können. Nachdem Sie den Aufrüstungsprozess für diesen MMS fertiggestellt haben und alle Clientcomputer der Hilfsadministratoren aufgerüstete Benutzeroberflächen ausführen, versetzen Sie alle verbleibenden Server mit früheren DRA-Versionen in den Offlinezustand.

DRA-Berichterstellungskomponenten aufrüsten

Bevor Sie die DRA-Berichterstellung aufrüsten, stellen Sie sicher, dass Ihre Umgebung die Mindestanforderungen für NRC 3.2 erfüllt. Weitere Informationen zu den Installationsanforderungen und Überlegungen zur Aufrüstung finden Sie im Reporting Center Guide (Reporting Center-Handbuch) auf der DRA-Dokumentations-Website.

Schritt

Details

Unterstützung für die DRA-Berichterstellung deaktivieren

Um sicherzustellen, dass die Berichterstellungskollektoren nicht während des Aufrüstungsprozesses ausgeführt werden, deaktivieren Sie die Unterstützung für die DRA-Berichterstellung in der Delegierungs- und Konfigurationskonsole im Fenster zur Konfiguration des Berichterstellungsservices.

Mit dem entsprechenden Berechtigungsnachweis am SQL-Instanzserver anmelden

Melden Sie sich mit einem Administratorkonto am Microsoft Windows-Server an, auf dem Sie die SQL-Instanz für die Berichterstellungsdatenbanken installiert haben. Stellen Sie sicher, dass dieses Konto lokale Verwaltungsrechte und Systemadministratorrechte auf SQL Server hat.

Setup-Programm der DRA-Berichterstellung ausführen

Führen Sie DRAReportingSetup.exe aus dem Installationskit aus und befolgen Sie die Anweisungen im Installationsassistenten.

NRC-Setup ausführen

Bedingt: Wenn der NRC-Webservice auf einem anderen Computer installiert ist, melden Sie sich am Computer an, auf dem der Webservice installiert ist, und führen Sie NRCSetup.exe aus, um den NRC-Webservice aufzurüsten.

HINWEIS:Wenn die Konfigurationsdatenbank auf einem separaten Server installiert wurde, muss sie zuerst aufgerüstet werden.

NRC-Setup auf Clientcomputern ausführen

Führen Sie NRCSetup.exe auf allen NRC-Clientcomputern aus.

Unterstützung für DRA-Berichterstellung aktivieren

Aktivieren Sie auf dem primären Verwaltungsserver die Berichterstellung in der Delegierungs- und Konfigurationskonsole.

Wenn Ihre Umgebung die SSRS-Integration verwendet, müssen Sie die Berichte erneut bereitstellen. Weitere Informationen über die erneute Bereitstellung von Berichten finden Sie im NetIQ Reporting Center Reporting Guide (NetIQ Reporting Center-Berichterstellungshandbuch) auf der DRA-Dokumentations-Website.

2.3.4 DRA-REST-Erweiterungen aufrüsten

Zum Aufrüsten der Webkonsole und REST-Erweiterungen auf Directory and Resource Administator 9.2 müssen Sie Version DRA 9.0.1 oder höher verwenden. Informationen zu den Anforderungen finden Sie unter Anforderungen an die DRA-Webkonsole und an Erweiterungen.

So rüsten Sie die DRA-Webkonsole und die Erweiterungen auf:

  1. Nachdem Sie das DRA-Installationskit heruntergeladen haben, navigieren Sie zum Speicherort, an dem die Installationsmedien extrahiert wurden, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Datei DRARESTExtensionsInstaller.exe und wählen Sie Als Administrator ausführen aus.

  2. Befolgen Sie die Anweisungen des Installationsassistenten bis zum Abschluss der Installation. Klicken Sie dann auf Finish (Fertigstellen).

Ausführliche Informationen zu den Schritten des Installationsassistenten finden Sie in der Beschreibung der Schritte für eine neue Installation: DRA-REST-Erweiterungen installieren.

2.3.5 Benutzerdefinierten Inhalt aufrüsten

Wenn Sie auf eine neuere Version von DRA aufrüsten, möchten Sie üblicherweise alle Anpassungen beibehalten, die Sie auf dem Webserver für die Webkonsole vorgenommen haben. Um Ihnen diese Aufgabe zu erleichtern, bietet DRA ein Dienstprogramm zur Aufrüstung von Anpassungen an, das im Installationsprogramm für DRA-REST-Erweiterungen enthalten ist. Das Dienstprogramm wird automatisch ausgeführt, wenn Sie DRARESTExtensionsInstaller.exe zum Aufrüsten von REST-Erweiterungen auf dem Webserver ausführen. Sie können das Dienstprogramm auch unabhängig von der Installation manuell aus dem Installationsverzeichnis ausführen.

Als Teil des Prozesses erstellt das Dienstprogramm zur Aufrüstung der Anpassungen eine Sicherung der Anpassungen, bevor die Aufrüstung gestartet wird. Während des Aufrüstungsprozesses erstellt das Dienstprogramm eine Protokolldatei aller Änderungen, die aufgrund der Aufrüstung vorgenommen wurden. Die Protokolldatei enthält außerdem Warnmeldungen zu allen Anpassungsobjekten, die nicht automatisch aktualisiert werden konnten.

Es empfiehlt sich, das Protokoll nach der Aufrüstung zu überprüfen. Bei Bedarf können Sie ein Rollback auf die Anpassungen vor der Aufrüstung ausführen, indem Sie die Anpassungen aus dem Sicherungsordner kopieren. Wenn das Dienstprogramm für die Aufrüstung der Anpassungen gestartet wird, können Sie den Ordnerpfad für die aufgerüsteten Anpassungen definieren oder den automatisch ausgefüllten Standardpfad beibehalten.

Standardmäßig werden die folgenden Pfade für die aufgerüsteten Anpassungen und die Sicherung der Anpassungen verwendet:

  • Standardmäßiger Ordnerpfad für Anpassungen: C:\inetpub\wwwroot\DRAClient\components\lib\ui-templates\custom

  • Standardmäßiger Sicherungsordner: $CustomFolderPath\custom_upgrade_$VERSIONFROM_to_$VERSIONTO_backup